Bitcoin Wechselstube in Moskau eröffnet

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In der russischen Hauptstadt Moskau hat eine Wechselstube für Bitcoin eröffnet. Nach Angaben örtlicher Medien handelt es sich dabei um die einzige Wechselstube in Moskau, welche die Kryptowährung gegen Bargeld an- und verkauft.

Zwar haben die russischen Behörden Kryptowährungen noch nicht reguliert, aber die russischen Bürger haben sie schon längst angenommen. Ein Zeichen dafür ist die neue Wechselstube für Bitcoin, die jüngst in Moskau eröffnet wurde. Diese befindet sich in der Straße Verhniy Susalniy, unweit des Bahnhofes Kursky Vokzal, der einer der größten Bahnhöfe Moskaus ist. Medienberichten zufolge ist die Wechselstube die erste ihrer Art in der russischen Hauptstadt.

In der Wechselstube können nur Bitcoins gegen russische Rubel in bar gehandelt werden. Die Kunden müssen einen Ausweis vorlegen und können die Kryptowährung dann kaufen und verkaufen. Die Geschäftsführung der Wechselstube geht davon aus, dass die Wechselstube den derzeitigen russischen Gesetzen entspreche. Weitere Wechselstuben sollen an zwei anderen Standorten eröffnet werden. Bitfin berichtet, dass es sich dabei um das Geschäftszentrum Moskau City und Rumyantsevo handele.

Kryptowährungen gelten in Russland nicht als gesetzliches Zahlungsmittel. Das Finanzministerium hat bereits einen Gesetzesentwurf bei der Staatsduma eingereicht. Damit sollen Aktivitäten mit Kryptowährungsbezug, wie Initial Coin Offerings (ICOs) und Mining, legalisiert werden. Ein weiterer Gesetzesentwurf zielt darauf ab, die Nutzung von „digitalem Geld“ zu regulieren und die „digitalen Rechte“ von Investoren zu schützen. Es wird vermutet, dass die Entwürfe bis Juli angenommen werden.

Der Umlauf von Kryptowährungen und ihre Nutzung als Zahlungsmittel haben die Regierungsbehörden gespalten. Das Finanzministerium will den Handel an eingetragenen Börsen gestatten. Dem widerspricht jedoch die Zentralbank. Andere Beamte verlangen sogar ein direktes Verbot und halten Kryptowährungen für illegale Geldersatzmittel. Die derzeit geltenden Gesetze verbieten den Umgang, etwa das Eröffnen von Wechselstuben, mit Kryptowährungen jedoch nicht.

„In jeder demokratischen Gesellschaft, auch Russland, gilt: Wenn etwas nicht verboten ist, gilt es als legal“, sagte Vladimir Yurasov als geschäftsführender Gesellschafter einer Moskauer Anwaltskanzlei. Seiner Auffassung nach verletze der An- und Verkauf von Bitcoin weder Zivil- noch Strafgesetze. Alle Russen seien daher frei, Bitcoin im Internet und auf der Straße zu kaufen, erklärte Yurasov.

Die Aufmachung der Wechselstube erscheint jedoch ein wenig irreführend. So heißt die Filiale „Sbercoin“ und ähnelt damit der russischen Bank „Sberbank“. Neben dem Namen wird auch dieselbe grüne Farbe übernommen. „Sberbank“ ist eine staatliche Sparkasse und gehört zu den größten in Europa. Ungeachtet ihres Interesses an Kryptowährungen, hat die Bank natürlich nichts mit einer kleinen Wechselstube zwischen einem Imbiss und einem Tabakladen zu tun.

Nach Angaben von „Vivalacloud“ bietet Sbercoin seinen Kunden auch einen Vertrag für einige ihrer Dienste an. Dieser beinhaltet eine Kunststoffkarte mit dem Aufdruck eines Public Key für ein neues Kryptowährungs-Wallet. Ein Private-Key wird in einem Umschlag dazugegeben. So kennen nur die Kunden ihren Private Key … und Sbercoin natürlich. Da scheint noch jemand Nachholbedarf in Sachen Sicherheit zu haben.

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