Was ist Bitcoin?

Um es einem Laien zu erklären: Bitcoin ist eine digitale Währung. Es handelt sich nicht um einen bestimmten Geld-Wert der auf einem digitalen Konto gespeichert ist, wie bei Ihrem Bankkonto oder einer Kreditkarte. Bitcoin basiert nicht auf einem entsprechenden physischen Element, wie Münzen oder Scheinen (trotz des populären Bildes einer echten Münze das oft verwendet wird). Der Wert und die Überprüfung der einzelnen Bitcoins werden von einem weltweiten Peer-to-Peer Netzwerk bestätigt.

Bitcoins sind Bausteine aus ultra-sicheren Daten die wie Geld behandelt werden. Das verschieben dieser Daten von Person zu Person oder von Ort zu Ort und das überprüfen der Transaktion z.B. beim Ausgeben einer Bitcoin, erfordert eine Rechenleistung. Sogenannte Bitcoin Miner betreiben Rechenzentren, um die Sicherheit der einzelnen Transaktionen zu überprüfen und diese zu bestätigen. Diese Benutzer werden für ihr Mining mit neuen Bitcoins belohnt. Sie können dann ihre neuen Bitcoins für Waren und Dienstleistungen ausgeben und der Prozess wiederholt sich.

Um die Frage „was ist Bitcoin“ anhand eines praktischen Beispiels zu beantworten: Stellen Sie sich das Bitcoin System wie BitTorrent vor, das Peer-to-Peer Netzwerk, dass Sie in den frühen 2000er Jahren definitiv nicht zum Herunterladen von Tausenden von Songs verwendet haben. Aber anstelle vom Verschieben von Dateien von einem Ort zum anderen, erstellt und überprüft das Bitcoin-Netzwerk Blöcke mit Informationen, die in Form einer eigenen Währung ausgedrückt werden.

Bitcoin und die zahlreichen Folgeprodukte sind als Kryptowährungen bekannt. Das System verwendet Kryptografie. Extrem fortgeschrittene Kryptografie bezeichnet man als Blockchain – um neue “Coins” zu erzeugen und diese von einem Benutzer zu einem anderen zu übertragen. Die kryptografischen Sequenzen dienen mehreren Zwecken: Die Transaktionen sind praktisch unmöglich zu fälschen, die “Banks” oder “Wallets” der Coins sind leicht als Daten übertragbar, und die Authentifizierung der Übertragung von Bitcoin-Werten von einer Person zur anderen wird somit auch ermöglicht.

Bevor eine Bitcoin ausgegeben werden kann muss sie durch das System erzeugt oder “mined” werden. Während herkömmliche Währung durch eine Regierung geprägt oder gedruckt werden muss, ist es der Mining-Aspekt, welcher das Bitcoin-System autark macht. Leute “minen” Bitcoins durch die Bereitstellung von Rechenleistung von ihrem Computer auf dem verteilten Netzwerk. Dies erzeugt neuen Blöcke von Daten welche die gesamten Aufzeichnungen aller Transaktionen enthalten. Der Codierungs- und Decodierungs-Prozess für diese Blöcke erfordert enorm viel Rechenleistung. Der Benutzer, der erfolgreich den neuen Block erzeugt hat (oder genauer: der Benutzer, dessen System die nach dem Zufallsprinzip gewählte Nummer erzeugt hat, die das System als einen neuen Block annimmt) wird mit Bitcoins oder mit einem Teil der Transaktionsgebühren belohnt.

Auf diese Weise schafft der Prozess des Übertragens von Bitcoins von einem Benutzer zu einem anderen selbst die Nachfrage nach mehr Verarbeitungsleistung. Diese wird durch das Peer-to-Peer Netzwerk geleistet. Dies wiederum generiert neue Bitcoins die dann wieder ausgegeben werden können. Es ist eine selbst-skalierendes, selbstreplizierendes System, das Wohlstand schafft. Zumindest generiert es eine kryptografische Darstellung von Werten, die Reichtum entsprechen.

Wie Werden Bitcoins Ausgegeben?

Um es einfacher auszudrücken: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen mit einer EC-Karte eine Cola im Supermarkt. Die Transaktion hat drei Elemente. Ihre EC Karte, die Bank (welche die Transaktion und die Übertragung des Geldes überprüft) und der Laden welcher das Geld von der Bank akzeptiert und den Verkauf abschließt. Eine Bitcoin-Transaktion hat im Großen und Ganzen die gleichen drei Komponenten.

Ein Bitcoin Nutzer speichert Daten, welche die Anzahl seiner Münzen angeben, in sein Bitcoin Wallet. Das Wallet beinhaltet ein benutzerdefiniertes Kennwort und eine Verbindung zum Bitcoin-System. Der Nutzer sendet eine Transaktions-Anforderung an einen anderen Nutzer zum Kauf oder Verkauf von Bitcoin und der andere Nutzer gibt sein Einverständnis. Das Peer-to-Peer Bitcoin System überprüft die Transaktion über das globale Bitcoin Netzwerk. Es überträgt den Wert von einem Benutzer zum nächsten und fügt kryptografische Kontrollen und Überprüfungen auf vielen Ebenen ein. Es gibt keine zentrale Bank und kein Kreditsystem. Das Bitcoin Peer-to-Peer Netzwerk schließt die verschlüsselte Transaktion mit Hilfe von Bitcoin Minern ab.

Eine nähere Erläuterung: Die technische Seite der Dinge ist etwas komplexer. Jede neue Bitcoin-Transaktion wird auf einen neuen Datenblock in der Blockchain aufgezeichnet und überprüft. Die beiden Parteien in der Transaktion sind durch randomisierte Codes aus Zahlen und Buchstaben dargestellt was jede Transaktion im Wesentlichen anonym macht. Jeder Baustein in der Kette enthält einen verschlüsselten Code. Dieser Code verbindet ihn zum vorherigen Block und überprüft diesen.

Im konventionellen Sinn sind Bitcoin-Transaktionen äußerst sicher. Dank der komplexen Kryptographie, die bei jedem Schritt im Prozess eingesetzt wird und weil deren Überprüfung auch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt (siehe unten), ist das Fälschen einer Transaktion fast unmöglich. Es ist jedoch möglich Bitcoins zu entwenden wenn Ihr digitales Wallet und das dazugehörige Passwort gefunden werden ohne dass die Diebe eine Spur hinterlassen. Da Bitcoin nicht auf die gleiche Weise wie ihr Bankkonto oder Kreditkarten-Konto reguliert ist ist das Geld einfach verschwunden.

Wie tauschen Sie Bitcoins in “echtes” Geld ein?

Bitcoin ist im rein ökonomischen Sinn das gleiche wie echtes Geld. Es hat einen Wert und kann für Waren und Dienstleistungen getauscht werden. Mittlerweile gibt es einige Unternehmen die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Hier ist eine Liste von Unternehmen die Bitcoin Zahlungen akzeptieren.

Aber so interessant es auch ist und so schnell es auch wächst, Bitcoin kann eine konventionelle, von einer Regierung herausgegebene, Währung noch nicht ersetzen. Ihr Vermieter wird wahrscheinlich eine Bitcoin-Zahlung nicht einer normalen Banküberweisung vorziehen. Auch wenn Sie Dutzende von Bitcoins zur Verfügung haben und damit gerne ein Auto kaufen würden, dann hat das Autohaus vermutlich nicht die Infrastruktur um solch eine Zahlung anzunehmen. Falls Sie Bitcoins besitzen und diese in Bargeld in der Währung Ihres Landes umtauschen möchten benötigen Sie einen Konvertierungs-Service.

Im Großen und Ganzen ist das Konvertieren von Bitcoin in US-Dollar oder Euro so ziemlich das Gleiche, als wenn Sie Währungen bei einer Auslandsreise konvertieren. Sie starten mit einer Währung und geben die gewünschte Menge an. Dann bezahlen Sie den Wert der ersten Währung zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr, und im Gegenzug erhalten Sie den selben Wert in einer anderen Währung. Bei Bitcoin benötigen Sie hierfür einen speziellen Wechselservice.

In Europa sind Bitcoin.de und eToro die beliebtesten Börsen für Kryptowährungen. Dort werden Dienstleistungen wie der Kauf und Verkauf von Bitcoin angeboten. Andere Kryptowährungen können dort auch gekauft werden. Auf den meisten Börsen kostet der Handel von Bitcoins und anderen Kryptowährungen den Nutzer eine Bearbeitungsgebühr zwischen 0,2% und 1,5%. Wenn Sie also beispielsweise einen Wert von 10.000 EUR in Bitcoin handeln möchten, dann kostet Sie das zwischen 20 und 150 Euro Bearbeitungsgebühr. Diese Gebühren sind denen beim Wertpapierhandel somit recht ähnlich.

Bitcoin Mining mittlerweile nahezu unrentabel

Vor ein paar Jahren als das Bitcoin-System noch neu war, haben einzelne Benutzer sehr schnell nach neuen Bitcoins gemined. Bitcoin-Mining-Software verwendete lokale Prozessoren um die sogenannten Hashes für den nächsten Satz in der Blockchain zu berechnen. Während die Zahl der Menschen, die Bitcoins gemined haben noch gering war konnten die Miner die Bitcoin Blöcke mit einem höheren Tempo bestätigen und somit sehr rentabel wirtschaften.

Aber dieser Boom ist mittlerweile weitestgehend vorbei. Das Bitcoin-System wurde so entwickelt, dass jeder neuen Block schwieriger zu finden ist als der letzte Block. Dies reduziert die Menge an randomisierten Bitcoins die generiert und verteilt werden können. Dies bedeutet, dass im Laufe der Zeit jeder einzelne Miner immer härter für neue Bitcoins abreiten musste (im übertragenen Sinn – denn es ist der Computer, der härter arbeiten muss und somit mehr Strom verbraucht und dies kostet dann mehr konventionelles Geld). Da die Anzahl der einzelnen Bitcoins wächst, vermindert sich die Menge der bezahlten Bitcoins für ein erfolgreiches Errechnen von einem neuen Hash. Die Miner werden nun nur noch mit Bruchteilen von Bitcoins belohnt (die trotzdem noch ziemlich wertvoll sind).

Um ihre Effizienz zu erhöhen erstellten Nutzer zunächst spezielle “Mining Rigs”. Diese enthielten relativ billige Cluster von gebräuchlichen CPUs und GPUs. Mittlerweile ist das System so beliebt und so weit verteilt, dass ein einzelner Miner mehr als nur eine super schnelle GPU kaufen muss. Falls er seine Anschaffungskosten mit Bitcoins wieder erwirtschaften will, dann muss er heute einiges mehr investieren. Maßgeschneiderte Mining Ausrüstung wird nun für diesen Zweck angeboten. Die eingebaute Software und Hardware dient dem alleinigen Zweck die maximale Rechenleistung für das Peer-to-Peer-System zu liefern. Damit verbessern sich auch die Chancen auf eine vollständige Berechnung für den nächsten Block. Mehr Verarbeitungsleistung, mehr Hardware, mehr Chancen auf eine Auszahlung… aber gleichzeitig benötigt man mehr und mehr physischen Ressourcen wie Hardware und Strom.

Dies führt zu dem Ergebnis, dass alle die hoffen mit Bitcoins reich zu werden, heute besser aufgehoben wären, wenn sie sich mit dem Handel oder dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen beschäftigen würden. Dies ist erträglicher als ein Mining-System aufzubauen und dieses ständig laufen zu lassen.

Ein maßgeschneiderter Bitcoin Miner auf Amazon. Aktuell dauert es Monate, bis man durch ständiges minen den Wert der Hardware in Bitcoins verdient hat. Dazu kommen noch die Stromkosten um den Miner zu betreiben.

Im Moment existieren etwa dreizehn Millionen Bitcoins. Es wird immer schwieriger werden sie zu minen da immer mehr erzeugt werden. Das Bitcoin System hat eine obere Grenze: Nachdem 21 Millionen Bitcoins erzeugt wurden können keine neuen mehr gemined werden. Auf Basis aktueller Trends wird die letzte ganze Bitcoin irgendwann in den 2040ern erzeugt. Sobald die obere Grenze erreicht ist wird der Wert der Währung fast ausschließlich durch Angebot und Nachfrage schwanken. Miners sind dann nur noch in der Lage Bitcoins zu erwerben wenn sie ihre Rechenleistung für das Transaktions-System bereitstellen und Transaktionsgebühren erhalten.

Der Wert von Bitcoin ist sehr volatil

Sie lesen wahrscheinlich diesen Artikel weil Sie gehört haben, dass Bitcoin wertvoll ist. Dies ist Bitcoin auch. Aber der Wert ändert sich schneller als bei jeder Währung mit einer stabilen Wirtschaft. Sogar die meisten Aktien und Anleihen sind Preisstabiler. Als eine Funktion vom Gesamtwert schwankt Bitcoin derzeit zehn Mal stärker als der US-Dollar.

Im Jahr 2010 war jede ganze Bitcoin weniger als 0.25 US-Dollar wert. Zum Redaktionszeitpunkt dieses Textes liegt der Wert bei mehr als 7.700 US-Dollar. Das ist natürlich ein sehr großes Wachstum und eine großes Glück für jeden, der früh eingestiegen ist. Viele Bitcoin Nutzer und Miner die vor ein paar Jahren mit ein paar hundert oder tausend Euro eingestiegen sind könnten heute Millionäre sein wenn sie ihre Bitcoins lange genug behalten haben. Aber diese zwei Eckdaten können nicht die ganze Geschichte erzählen. Bitcoin hat auch zwischendurch wieder Tiefstände erreicht und ist öfters regelrecht abgestürzt. Besonders im Zeitraum von Ende 2013 bis Anfang 2014 war die Kryptowährung sehr unstabil. Nach jedem Absturz erholte sich der Wert wieder. Jedoch gibt es keine Garantie dafür dass sich der aktuelle Aufstieg fortsetzen wird, oder dass der gesamte Krypotwährungs-Markt nicht zusammenbrechen wird.

Der Wert von Bitcoin ist ungleichmäßig gewachsen und hat stark geschwankt. Viel mehr als herkömmliche Währungen, Aktien oder Rohstoffe.

Dies macht Bitcoin zu einer fragwürdigen Wertanlage. Es stimmt zwar, dass viele Menschen mit Bitcoin reich wurden, doch dieser Reichtum ist so flüchtig wie der Markt selbst. Die Höhen und Tiefen des Bitcoin-Markts scheinen nun viel schneller und häufiger zu kommen als die Schwankungen an den wichtigsten Aktienmärkten und Börsen. Der derzeit hohe Bitcoin Wert könnte der Anfang von einem noch größeren Boom sein. Oder es könnte eine temporäre “Blase” sein, mit einem bevorstehenden Absturz und nachfolgender Erholung … oder der gesamte Bitcoin-Markt könnte sogar morgen implodieren und Millionen und Abermillionen von Menschen hätten nur noch wertlose kryptografische Sequenzen. Es ist unmöglich eine genaue Vorhersage zu machen.

Die Vorteile von Bitcoin

Lassen Sie uns über einige der Vor- und Nachteile von Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Währungen reden.

Anonymität und Datenschutz

Bitcoin-Überweisungen zwischen einzelnen Nutzern sind nahezu vollkommen anonym. Zwei Personen können Bitcoins oder Fraktionen davon zwischen ihren Bitcoin Wallets tauschen indem Sie einfach nur ihre Codes austauschen. Dies geschieht ohne Namen, E-Mail-Adressen oder sonstige private Informationen. Und weil das Peer-to-Peer-Netzwerk einen neuen Code für jede Transaktion verwendet, ist es mehr oder weniger unmöglich Transaktionen mit einem einzelnen Benutzer zu verknüpfen. Die Natur des verschlüsselten Peer-to-Peer Netzwerkes schützt es auch vor äußeren Zugriffen. Niemand anderes kann Ihre persönlichen Einkäufe oder Einnahmen ohne Zugriff auf Ihr Wallet sehen.

(Noch) keine zwingenden Bitcoin Gebühren

Herkömmliche bargeldlose Einkäufe erfordern eine Transaktionsgebühr. Wenn Sie mit einer Visa-Kreditkarte bezahlen, dann wird Visa dem Händler ein paar Cent für die Überprüfung der Transaktion berechnen. Und natürlich werden diese Kosten in Form von höheren Preisen für Waren und Dienstleistungen an Sie weitergegeben.

Im Moment gibt es keine obligatorischen Transaktionsgebührten für Bitcoin. Die einzelnen Benutzer und Händler können ihre Transaktionen auf dem Peer-to-Peer Netzwerk abwickeln und einfach warten bis diese auf dem nächsten Block überprüft wurde. Allerdings kann dieser Prozess einige Zeit dauern. Je mehr das Bitcoin Netzwerk genutzt wird, umso länger dauert es. Um die Transaktionen zu beschleunigen und um die Priorität der Transaktion im Block zu erhöhen, zahlen viele Händler und Nutzer eine Transaktionsgebühr. Diese Gebühr belohnt Nutzer des Peer-to-Peer Netzwerks für einen schnelleren Abschluss der Prüfung.

Wenn die weltweite Ausgabe von Bitcoins ihr Limit von 21 Millionen Münzen erreicht hat werden Transaktionsgebühren die primäre Methode für Miner sein, Bitcoins zu erwerben. Dann wird für die meisten Transaktionen vermutlich eine kleine Gebühr verlangt damit die Handelstransaktion schnell abgeschlossen werden kann.

Keine zentrale Regierung oder Steuern

Weil Bitcoin nicht als die offizielle Währung eines Landes anerkannt ist, ist der Kauf und Verkauf von Bitcoins selbst und das Kaufen von Waren und Dienstleistungen damit auch nicht geregelt. Deshalb fällt für alle Einkäufe mit Bitcoins auch keine Mehrwertsteuer oder andere Steuern an, die normalerweise für den Erwerb von Gütern oder Dienstleistungen anfällt. Dies kann sich wirklich lohnen falls Sie interessiert daran sind Ihre Geschäfte ausschließlich in Bitcoin abzuwickeln.

Das Fehlen der meisten monetären Gesetze macht Bitcoin zu einem effektiven Tauschsystem. Stellen Sie sich die aktuelle Versorgung der Bitcoins als einen gigantischen Sack mit Kartoffeln vor. Wenn Sie zehntausend Kartoffeln für einen neuen Fernseher eintauschen dann wird die Regierung keine Umsatzsteuer in der Form von zweitausend Kartoffeln verlangen. Das System ist einfach nicht dafür ausgestattet Transaktionen durchzuführen die nicht in der eigenen Währung sind.

Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass jedes konventionelle Einkommen dass Sie durch den Handel mit Bitcoins erhalten, trotzdem auf die üblichen Weise behandelt wird. Wenn Sie einen Wert von 10.000 Euro an Bitcoins über eine Bitcoin-Handelsplattform auf Ihr Bankkonto übertragen, dann müssen Sie es wahrscheinlich als Einkommen bei Ihrer Steuerabrechnung eintragen. Das Handeln mit Bitcoins macht die üblichen Besteuerungen nicht obsolet. Selbst wenn Sie ein neues Auto von einem privaten Verkäufer kaufen und mit Bitcoins bezahlen müssen Sie das Auto trotzdem bei der Behörde anmelden und Steuern darauf zahlen.

Die Nachteile von Bitcoin

Wenn Bitcoin so toll ist, warum macht nicht jeder mit? Offensichtlich gibt es auch einige Nachteile.

Mögliche Einmischung der Regierung

Jederzeit kann etwas Neues in der Bitcoin Welt passieren und den Status quo verändern. Regierungen werden zu einem gewissen Zeitpunkt eingreifen um sicherzustellen, dass die Dinge so bleiben wie sie sein sollen. Einige Regierungen nehmen Bitcoin aus einer Vielzahl von Gründen derzeit genauer unter die Lupe. Vor kurzem hat die US-Regierung damit begonnen einige Kontendaten einer großen US Bitcoin Börse einzusehen. Dies wird wahrscheinlich in Zukunft öfters vorkommen. Das Ziel dieser Überprüfung ist möglicher krimineller Geldwäsche und Steuerhinterziehung nachzugehen.

Keine geldpolitische Souveränität

Die vielleicht größte Schwäche von Bitcoin ist, dass es sich nicht um eine “anerkannte” souveräne Währung handelt. Das heißt, das sie keinen Rückhalt von einer offiziellen Regierung hat. Dies könnte als eine Stärke gesehen werden. Doch die Tatsache, dass der Kurs von Bitcoin nur auf dem wahrgenommene Wert anderer Bitcoin-Benutzer basiert, macht sie sehr anfällig für eine Destabilisierung. Wenn beispielsweise eines Tages eine große Anzahl von Händlern, die Bitcoin akzeptieren, dies auf einmal nicht mehr tun, könnte dies den Wert drastisch einbrechen lassen.

Der derzeit hohe Wert von Bitcoin wird beeinflusst durch die relative Knappheit der Bitcoins selbst und ihrer Popularität als Wertanlage. Das Finanzministerium der USA erkennt Bitcoin nicht als konventionelle Währung an, gibt ihr aber den Status einer Ware und stellt sie mit Aktien und Anleihen gleich. Auch der Internal Revenue Service der USA sieht Bitcoin als Eigentum an und versteuert sie auch als solche wenn sie angegeben werden. Kein Land sieht Bitcoin als eine anerkannte Währung an, aber die Auseinandersetzung mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen variiert von Ort zu Ort.

Mangelnder Schutz

Das Bitcoin-Netzwerk hat keine integrierten Schutzmechanismen falls es zu einem zufälligen Verlust oder einem Diebstahl kommt. Falls Sie eine Festplatte verlieren auf der Ihr Bitcoin Wallet gespeichert ist, können Sie den Wert auf einem anderen Gerät nur wiederherstellen falls Sie Ihre Backup Passwörter noch haben. Falls nicht sind die Bitcoins welche in diesem Wallet gespeichert waren für immer verloren. Interessanterweise ist dies ein weiterer Aspekt, der das begrenzte Angebot an Bitcoins verschärft.

Ihre Wallet-Datei kann auch gestohlen oder beschädigt werden. Wenn die Bitcoins in einem Wallet von einem Dieb ausgegeben werden, bevor der rechtmäßigen Eigentümer sie ausgeben will, erhält der rechtmäßige Eigentümer keine Entschädigung. Der Doppelausgaben-Schutzmechanismus, der im Bitcoin Netzwerk integriert ist, verhindert die Stornierung einer Transaktion. Wenn zum Beispiel Ihre Kreditkarte gestohlen wird können Sie die Bank anrufen und die Karte sperren lassen. Bitcoin hat jedoch keine solche Behörde. Das Bitcoin-Netzwerk weiß lediglich, dass die Bitcoins in der kompromittierten Wallet-Datei gültig sind und verarbeitet sie entsprechend. Es gibt in der Tat bereits Malware die speziell entwickelt wurde, um Bitcoins zu stehlen.

Bitcoin Börsen sind anfällig für Angriffe oder Betrug. Kleinere Börsen wie GBH und Cryptsy wurden geschlossen da alle anvertrauten Bitcoins vermutlich von den Betreibern gestohlen wurden. Die in Japan ansässige Handelsplattform Mt. Gox, auf der früher der Handel von über der Hälfte aller Bitcoin-Transaktionen durchgeführt wurde, wurde Opfer eines Hackerangriffes bei welchem mehr als Hunderttausend Bitcoins gestohlen wurden. Dieser Zwischenfall in 2014 verursachte einen großen massiven Wertverfall von Bitcoin.

Begrenzte gleichzeitige Transaktionen

Das Bitcoin-Block-System benötigt für die Transaktionsüberprüfung eine Verbindung und Bestätigung durch das Peer-to-Peer-Netzwerk. Jeder Block enthält eine begrenzte Aufzeichnung der Transaktionen und eine obere Grenze für die Höhe der neuen Transaktionen, die geschrieben werden können. Deshalb ist die Anzahl der Menschen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt im System Handelstransaktionen durchführen können auch limitiert. Da immer mehr Personen mit Bitcoin zu tun haben, hat sich die Anzahl der Transaktionen pro Sekunde auch erhöht. Deshalb ist das Peer-to-Peer-Netzwerk immer überlastet. Einige Operationen ohne Transaktionsgebühren können erst nach Stunden oder gar Tagen bestätigt werden. Herkömmliche Zahlungssysteme wie Kreditkarten können ihre Verarbeitungsleistung erhöhen um eine schnellere Verarbeitungsgeschwindigkeit zu erzielen. Doch die isolierte Peer-to-Peer-Natur von Bitcoin erlaubt dies nicht. Somit kann diese Kryptowährung nicht mit dem globalen Finanzsystem mitwachsen.

Ideal für den Schwarzmarkt

Ein zentraler Grundsatz für die Gestaltung des Bitcoin-Systems ist, dass es keine spezielle Autorität gibt welche die Transaktionen überwacht. Dadurch können einzelnen Benutzer nicht aus dem System ausgesperrt werden. Kombiniert mit der Anonymität der Transaktionen hat man ein ideales Medium für den Austausch von Schwarzgeld.

Bitcoin ist zu einem auch zu einem Mittel für den Handel mit illegalen Gütern und Dienstleistungen geworden. Ein Beispiel dafür ist eine Webseite namens Silk Road, die es den Benutzern ermöglicht anonym mit Produkten wie Medikamenten und gefälschten Pässen zu handeln. Bitcoin Transaktionen können nicht nachverfolgt werden und sind deshalb ideal für illegale Geschäfte. Der illegale Handel auf Silk Road hörte sogar nicht auf nachdem die US Drug Enforcement Agency und das Department of Justice die Webseite 2013 geschlossen hatten.

Bitcoin Kontroversen

Während diese Themen interessant sind, basiert das meiste in den folgenden Abschnitten nur auf Vermutungen und sollten mit Vorsicht gelesen werden. Wir denken es sollte erwähnt werden um ein vollständiges Bild der Bitcoin-Geschichte zu erhalten.

Mysteriöse Entwickler

Der Schöpfer des ursprünglichen Bitcoin Codes ist eine „Person“ namens Satoshi Nakamoto. Person ist hier in Anführungszeichen gesetzt, weil Nakamoto “seine” Identität nicht mit einer öffentlich bekannten Person verbunden hat. Satoshi Nakamoto kann eine einzelne Person sein oder eine Gruppe von Menschen, aber keiner weiß wirklich, wer oder was dahintersteckt. Sobald die Entwicklung des Bitcoin Netzwerks abgeschlossen war, ist diese Person (oder Personen) im Wesentlichen verschwunden.

Mehrere einzelne Personen und Teams von Entwicklern wurden verdächtig der “echte” Satoshi Nakamoto zu sein, doch dafür gibt es keine schlüssigen Beweise zu der Zeit dieses Artikels. Wer auch immer dies ist, Satoshi Nakamoto soll im Besitz von Milliarden US-Dollar an Bitcoin sein.

Widerstand von konventionellen Investoren

Viele herkömmliche Anlageexperten sagen dass Bitcoin eine schlechte Wahl für das Anlegen von Vermögen ist. Die extreme Volatilität von Bitcoin im Vergleich zu Aktien, Anleihen und Rohstoffen, macht die etablierten Institutionen misstrauisch. Darüber hinaus betrachten einige Investoren und Marktforscher Bitcoin und andere Kryptowährungen als eine Modeerscheinung (eine wirtschaftliche Blase).

Es ist auch möglich, dass einige negative Aussagen speziell gemacht wurden um den Wert von Bitcoin zu manipulieren. JP Morgan Chase wurde beschuldigt den Wert von Bitcoin durch Aussagen ihres CEO absichtlich in Frage zu stellen, während die Firma gleichzeitig darin investiert hat.

Bitcoin Cash Hard Fork

Nach lange Debatten zwischen Bitcoin-Anhängern darüber, wie man die Skalierungsprobleme am besten lösen kann, wurde Bitcoin im August 2017 gesplittet. Der Bitcoin Standard wurde in zwei geteilt. Dies war eine sogenannte Hard-Fork. Jede Person die Bitcoin besaß, wurde die gleiche Menge an Bitcoin Cash zugeteilt. Der Handel in beiden Währungen ging nach dem Split wie gewohnt weiter. Wie das originale Bitcoin ist auch Bitcoin Cash komplett digital und hat keine echte physische Komponente (trotz des Namens).

Das separate Bitcoin Cash Peer-to-Peer-System ermöglicht acht Mal mehr Transaktionen pro Block. Die Betreiber von Bitcoin Cash hoffen, dass sie als Währung für normale Einkäufe in Cafés oder Supermärkten akzeptiert wird. Allerdings ist selbst diese acht Mal höhere Transaktionskapazität noch meilenweit hinter derer der großen Kreditkartengesellschaften.

In den ersten Monaten seit der Erschaffung von Bitcoin Cash lag der Kurs zwischen 300-400 US Dollar. Mitte November schoss dieser innerhalb weniger Tage auf über 1500 US Dollar hoch. Gleichzeitig erhöhte sich die Transaktionsdauer von Bitcoin von Minuten auf Tage. Einflussreiche Bitcoin Miner wie die chinesische Firma Bitmain und Experten wie Roger Ver wollten den Bitcoin Standard mit Bitcoin Cash ersetzen in einer konzentrierten Aktion. Bitcoin stürzte im gleichen Zeitraum von einem Hoch bei 8000 auf ein Tief von 5800 US Dollar ab. Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, dass man eine große Toleranz für Volatilität und die ein oder andere Wildwest Methode bei Bitcoin mitbringen sollte.

Bitcoin und andere Kryptowährungen sind eine faszinierende Entwicklung. Ein Zeichen für den Wunsch des Einzelnen zur aktiven Teilnahme im Informationszeitalter anstatt ständig nur der Konsument zu sein. Sie sollen die Abhängigkeit von wirtschaftlichen und rechtlichen Systemen verringern. Und den Einfluss von Institutionen vermindern die vor dem 21. Jahrhundert entstanden sind.

Wenn Sie gerne bei Bitcoin oder einer anderen Krypotwährung einsteigen wollen stellen Sie sicher, dass Sie zuerst Recherchieren und vorsichtig sind. Bitcoin kann ein lukratives Hobby sein und eine spannende Investition. Aber wie bei jeder Art der Wertanlage ist am besten für mehr Sicherheit auch zu diversifizieren. Wenn Sie mehr über Bitcoin lesen wollen, dann empfehlen wir die Bitcoin.org, Bitcoin Wiki und die Bitcoin Wikipedia Webseiten.