158 Millionen USD ICO Crash: Zeigt dies die Notwendigkeit nach strengerer Regulierung für ICOs?

14.12.2018 Update: Laut einem neuen Artikel von Bloomberg hat das Unternehmen 160.000 Vorbestellungen für das Telefon erhalten. Die Cash-Basis reiche noch für über 12 Monate aus laut dem Gründer. Mehr dazu hier.

Sirin Labs ist ein israelisches Blockchain-Start-up, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein Blockchain Smartphone zu entwickeln. Die Finanzierung des Projektes erfolgte über ein Initial Coin Offering (ICO). Im Bullenmarkt des Jahres 2017 kamen so 158 Millionen USD zusammen.

Jetzt ist Sirin Labs in die Kontroverse geraten, denn das Unternehmen erwägt möglicherweise, nur noch Software für Mobiltelefonhersteller zu erstellen. Dies geht aus einem Bericht von Bloomberg hervor. Zwar soll die erste Charge des Sirin-Mobiltelefons mit Namen „Finney“ im Dezember ausgeliefert werden, doch ist das Projekt finanziell eng aufgestellt. So sehe sich das Unternehmen mit einem ernsthaften Finanzierungsproblem konfrontiert, berichtete Bloomberg. Die vorhandenen Mittel sollen demnach in sechs bis zwölf Monaten verbraucht sein.

Sirin trat dem in einer Stellungnahme auf Medium entgegen und verteidigte sein Vorgehen. Die Darstellung von Bloomberg sei aus dem Kontext gerissen, erklärte das Unternehmen. Man habe vielmehr das Risiko genau abgewogen und mit relativ kleinem Budget ein Mobiltelefon entwickelt. Man gehe davon aus, dass Sirin genug Kapital habe, um profitabel zu werden, selbst auf dem schwierigen Markt von heute. Im Hinblick auf die Aufgabe des Hardware-Geschäfts erklärte das Unternehmen, dass dies nur in Betracht komme, wenn Finney nicht genügend Käufer finde. Das sei aber nicht zu vermuten, da man viele Bestellungen habe. Auch sei wichtig, sich daran zu erinnern, dass das Geschäftsmodell immer den Vertrieb des Betriebssystems „Sirin OS“ an andere Mobiltelefonhersteller vorgesehen habe.

 

Sirin ICO und Finney

Im vergangenen Jahr erhielt das Unternehmen die Mittel für relativ vage Versprechungen. So wollte man bei Sirin ein Mobiltelefon entwickeln, das es den Nutzern ermöglicht, Kryptowährungen zu handeln und zu verwenden. Zu bedenken ist, dass der Mobiltelefonmarkt-Markt hart umkämpft ist und bereits von Großunternehmen wie Samsung, Apple und Huawei beherrscht wird. Bei einem Preis von 999 USD rangiert das Sirin-Mobiltelefon zudem im oberen Preissegment. Als Rivalen treten dort die voll ausgestatteten Flaggschiffe der Konkurrenz an.

Gegenüber Bloomberg hatte Sirin Labs erklärt, dass allein das Budget für die Kamera der Google Pixel-Mobiltelefone 200 Millionen USD betrage. Damit wollte man offenbar indirekt zeigen, wie klein sich das eigene Budget dagegen ausnimmt.

Das Unternehmen hat es also möglicherweise versäumt, die notwendige Summe in seinem Initial Coin Offering anzupassen. Auch hat man dort vielleicht die Zugkraft der bloßen Integration von Kryptowährungen überschätzt. Es besteht zudem auch die Gefahr für das Unternehmen, dass einer der großen Konkurrenten eines seiner Modelle auf Kryptowährungen ausrichtet. Das könnte das gesamte Geschäftsmodell von Sirin Labs obsolet machen. Möglich ist aber natürlich auch, dass Sirin eine Nische gefunden und damit Erfolg hat.

Quellen: Bloomberg, Medium, Pixabay

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