Bitcoin, Krypto und die Wall Street: Ein Überblick

Trotz des Bärenmarktes, der bisher weite Teile des Jahres 2018 im Griff hatte, haben die großen Mitspieler an der Wall Street nach wie vor Interesse an Kryptos. Man möchte Produkte, Dienste und Lösungen für Kleinanleger und Unternehmenskunden anbieten. So schrieb die Fintech-Publikation Diar:

„Ausgenommen Wells Fargo haben die fünf größten US-Banken alle ihr Interesse gezeigt, die Kundenwünsche nach dem Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu erfüllen.“

JPMorgan Chase & Co. und Bitcoin

Der CEO und Vorstand James Dimon hatte sich noch im Mai gegen Kryptowährungen ausgesprochen. Ungeachtet dessen „prüft“ das Unternehmen, Berichten zufolge, nach wie vor „Bitcoin, die Blockchain Technologie und Krypto-Assets im Allgemeinen“. Zwar ist unklar, an was genau die größte US-amerikanische Bank arbeitet, doch handelt es sich offenbar um noch unbenannte Blockchain Projekte. Ebenfalls soll die Bank erwägen, eine Abteilung für Kryptoassets einzurichten.

 

Bank of America mit Blockchain Patent

Wie im Blog bereits berichtet, hat die Bank of America vor einiger Zeit ihr zweites Patent eingereicht, bei dem es um die Verwahrung von Kryptowährungen geht. Das Patent behandelt die Aufbewahrung von digitalen Assets für große Unternehmen. Natürlich bedeutet ein Patent nicht, dass die Bank auch unbedingt bald einen Verwahrservice anbietet. Dennoch könnte das Patent aber eine zukünftige Richtung andeuten.

 

Citigroup Inc. mit Bitcoin Derivaten

Kürzlich hatte eine mit der Sache befasste Quelle der Website Business Insider aufschlussreiche Details zur Kryptostrategie der Citigroup gegeben. Dabei ging es darum, dass die Citigroup angeblich ein Kryptoprodukt mit dem Titel „Digital-Asset-Receipt“ (DAR) geschaffen habe. Das Produkt soll einem US-amerikanischen „Depositary Receipt“ ähnlich sein. Dabei handelt es sich um einen Hinterlegungsschein. Ursprünglich wurden Hinterlegungsscheine in den USA genutzt, um Anlegern den Aktienhandel auch mit nicht in den USA zugelassenen Aktien zu ermöglichen. Im Falle von Citigroup könnten deren Kunden die Preisschwünge von Bitcoin mit dem DAR nutzen, ohne die Kryptowährung selbst halten zu müssen. Wann das Produkt eingeführt wird, ist jedoch nach wie vor unklar.

 

Goldman Sachs Group, Inc. und Bitcoin Futures

Goldman Sachs hatte zunächst angekündigt, seinen Kunden im Mai Bitcoin Futures anzubieten. Ein paar Monate später hieß es dann, dass Bitcoin weiter fallen werde und es sich „nicht als Austauschmittel, Messgröße oder Wertanlage“ eigne. Nachdem dies öffentlich bekannt wurde, erklärte Goldman Sachs wiederum, man arbeite an einer Verwahrlösung. Auch der schon im Oktober 2017 angekündigte Trading Desk für Kryptowährungen wurde angeblich auf Eis gelegt, was das Unternehmen nachfolgend dementierte.

Ungeachtet des Durcheinanders bei Goldman Sachs scheint die Bank sich mit dem Thema immer wieder zu beschäftigen, was für die Zukunft hoffen lässt.

 

Morgan Stanley ebenfalls mit Bitcoin Derivaten

Morgan Stanley gehört zu den größten Banken der Welt und hat, Berichten zufolge, bereits damit begonnen, an Bitcoin Swaps, also Finanzderivaten, zu arbeiten. Aus einer banknahen Quelle hieß es, die Infrastruktur sei bereits vorhanden. Man warte jedoch darauf, dass die etablierten Institutionen genügend Interesse zeigten und die Nachfrage hoch genug sei. Auch sei noch ein interner Prüfungsprozess abzuschließen, hieß es.

 

Was kommt als Nächstes?

Es bleibt nunmehr abzuwarten, ob und wann diese großen Mitspieler an der Wall Street ihre Produkte auf den Markt bringen. Viele Kryptoinvestoren warten sehnlich auf diesen Moment, da sie vermuten, dass viel Liquidität auf den Markt kommen wird und dadurch die Kurse der Kryptowährungen stark steigen.

 

Quellen: Diar, US Patent & Trademark Office, Business Insider, Pixabay

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