Bitcoin Milliarden von Mt. Gox Hack bei Englischer Firma?

Fehlende Bitcoin Milliarden von Mt.Gox in Verbindung mit Firma aus dem Vereinigten Königreich gebracht.

Der Hack von Mt.Gox im Jahre 2014 war einer der größten Bitcoin Diebstähle in der Geschichte. Vor vier Jahren war Kryptowährung noch relativ unbekannt und eher etwas für Technik-Geeks und Futuristen, daher machte der Vorfall keine großen Schlagzeilen. Die Krypto Börse aus Tokio wickelte seinerzeit 70 % der weltweiten Bitcointransaktionen ab. Jetzt wurde bekannt, dass eine Firma aus dem Vereinigten Königreich mit dem Abhandenkommen von 650.000 Bitcoins von der Krypto Börse in Verbindung gebracht wird.

Nach einem Bericht der BBC gab die in London ansässige Firma „Always Efficient LLP“ damals an, die Krypto Börse zu betreiben, obwohl unklar war, wer Betreiber der Firma selbst war. Mark Karpelès, der Betreiber von Mt Gox, entschuldigte sich seinerzeit bei den Investoren und arbeitete mit den Ermittlern zusammen. Am Ende verhaftete das FBI im Zusammenhang mit dem Vorfall einen russischen Staatsbürger.

Als die Kunden ihre Einlagen nicht mehr abheben konnten, brach die Krypto Börse zusammen. Nun hat sich Mark Karpelès zum ersten Male seit dem Hack zu Wort gemeldet und erklärte gegenüber der BCC im Rahmen von Nachforschungen des Senders „Radio 4“:

„Es fühlt sich so an, … als ob man von einem Gebäude herunterstürzt. Man sieht den Boden näher kommen und man hat das Gefühl, dass man jetzt gleich sterben wird. Mt Gox verwandelte sich von einem interessanten Projekt zu einem – ich würde sagen – Albtraum. Täglich hatte ich mit Banken, Regierungen und Leuten zu tun, von denen ich vorher nicht mal wusste, dass es sie gibt“.

Er erklärte, dass die Webseite schneller als erwartet wuchs. Nach Angaben der Verfasser des Berichtes sollen fast die Hälfte der gestohlenen Bitcoins von Mt.Gox bei der Konkurrenzbörse BTC-e aufgetaucht sein. Das FBI erklärte, dass diese Krypto Börse ein Knotenpunkt für Cyberkriminalität sei und zum Waschen illegaler Einkünfte, oft in Bitcoin, genutzt werde. Die Börse selbst teilte mit, sie werde von einer britischen Firma Namens „Always Efficient LLP“ betrieben. Dabei handelte es sich vermutlich um eine Strohfirma. Diese sollte möglicherweise dazu dienen, die Geldbewegungen über mehrere Ebenen laufen zu lassen, um so die Nachverfolgung zu erschweren.

Das FBI hat zwei weitere Russen mit der Börse BTC-e in Verbindung gebracht. Jetzt bekannt gewordene Unterlagen zeigen, wie das von Mt.Gox verschwundene Geld gewaschen wurde. Inhaber der dazu verwendeten, verschiedenen Konten, Benutzernamen und E-Mail-Adressen war mutmaßlich ein Herr Alexander Vinnik.

Vinnik wurde im vergangenen Jahr in Griechenland festgenommen. Das US-Justizministerium verlangt seine Auslieferung, um ihn in den USA wegen 21 Fällen von Geldwäsche und anderen Verbrechen anklagen zu können. Auch Karpelès wurde festgenommen und wegen Untreue im Zusammenhang mit Zahlungen über 2,3 Millionen USD angeklagt. Karpelès bestreitet die Vorwürfe jedoch.

Das japanische Insolvenzrecht sieht vor, dass die auf Mt.Gox verbliebenen Bitcoins mit ihrem Wert zum Zeitpunkt des Vorfalls bewertet werden. Das wäre eine Summe von 420 Millionen USD. Die geprellten Anleger hoffen jedoch darauf, dass ihre Verluste zum jetzigen Kurs erstattet werden, denn der liegt bei knapp 10.000 USD pro Bitcoin. Der Fall wird derzeit weiter untersucht. Daher könnte es dazu kommen, dass Investoren, die 2014 Verluste hinnehmen mussten, am Ende dank des kometenhaften Aufstiegs von Bitcoin als Gewinner dastehen.

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