Bitcoin Mining Unternehmen Giga Watt stellt Insolvenzantrag in den USA

Giga Watt ist ein in den USA ansässiges Unternehmen für Bitcoin Mining Lösungen. Damit dürfte es auf absehbare Zeit jedoch zu Ende gehen, denn Giga Watt hat einen Insolvenzantrag gestellt. Grund dafür ist, dass das Unternehmen seine Verbindlichkeiten in Millionenhöhe mit den vorhandenen Mitteln nicht mehr bedienen kann.

Der Insolvenzantrag vom Bitcoin Miner Giga Watt stützt sich auf Abschnitt 11 des US-Insolvenzrechtes. Eingereicht wurde der Antrag beim zuständigen Insolvenzgericht im östlichen Teil von Washington. Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Giga Watt seinen 20 größten Gläubigern noch beinahe 7 Millionen USD schuldet. Weiter lässt sich den Papieren entnehmen, dass Giga Watt Assets im Wert von weniger als 50.000 USD besitzt. Die Schulden hingegen rangieren im Bereich von 10 bis 50 Millionen USD.

In dem Protokoll eines Treffens der Anteilseigner von Giga Watts heißt es:

„Das Unternehmen ist insolvent und nicht in der Lage, seine Verbindlichkeiten fristgerecht zu bedienen. Dem Unternehmen und seinen Gläubiger wäre am besten damit gedient, wenn eine Reorganisation des Unternehmens gemäß Abschnitt 11 des Insolvenzrechtes erfolgte.“

Das Treffen hatte Andrey Kuzenny einberufen, der als Direktor selbst mehr als 10 Prozent der Anteile der Mining-Firma hält.

 

Was ist ein Antrag nach Abschnitt 11?

Das Ziel eines Antrages nach Abschnitt 11 des US-Insolvenzrechtes ist es grundsätzlich, eine Reorganisation der finanziellen Verpflichtungen zu erreichen. Wird der Antrag genehmigt, können die Gläubiger während der Reorganisation keine rechtlichen Schritte, etwa Zwangsvollstreckungen, gegen das Unternehmen einleiten. Die damit verbundene Hoffnung ist, dass das Unternehmen zunächst weiter besteht und tätig ist, um so wieder wirtschaftlich auf die Beine zu kommen. Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht. Der Zeitraum für die Reorganisation kann unter Umständen Jahre betragen. Das Verfahren entspricht damit grob auch dem deutschen Recht, in dem der Insolvenzverwalter entscheiden kann, den Betrieb eines insolventen Unternehmens aufrechtzuerhalten. Der Sinn dahinter ist, dass ein laufendes Unternehmen zumeist höhere Einnahmen für die Gläubiger erbringt, als es eine sofortige Zerschlagung könnte.

 

Die Hintergründe zu zum Bitcoin Miner Giga Watt

Gegründet wurde Giga Watt vom Bitcoin Miner Dave Carlson. Sein Ziel war es, die Branche auch für kleinere Miner zu öffnen. Das sollte über spezielle „Mining pods“ geschehen, die ein kosteneffektives Bitcoin Mining ermöglichen sollten. Zugleich wollte das Unternehmen günstig und zuverlässig Energie zur Verfügung stellen, ebenso wie einen rund um die Uhr abrufbaren Wartungsservice.

Zur Finanzierung führte Giga Watt im Mai 2017 ein Initial Coin Offering (ICO) durch, bei dem etwa 22 Millionen USD in Kryptowährungen erzielt wurden.

Im Januar 2018 sah sich Giga Watt jedoch einer Sammelklage ausgesetzt, in der dem Unternehmen vorgeworfen wurde, unregistrierte Wertpapiere anzubieten. Die Kläger wollten eine Rückzahlung ihrer Investitionen erreichen, da das Unternehmen Baufristen und angebliche Rückzahlungszusagen nicht einhielt.

Quellen: The Wenatchee World, Scan des Antrages (Form 201), iFiberone, Pixabay

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