Bitcoin Mining verbraucht dreimal mehr Energie als das Schürfen von Gold laut Forschern

Forscher des Oak Ridge Institute in Cincinnati, USA haben jetzt eine wissenschaftliche Studie zum Energieverbrauch des Kryptominings herausgegeben. Die Untersuchung wurde am 5. November in der weltweit angesehenen Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht. Aus der Studie geht hervor, dass das Mining von Bitcoin bis zu dreimal mehr Energie verbraucht, als zum Schürfen einer Goldmenge mit demselben US-Dollar-Wert erforderlich ist.

 

Die Ausgangswerte von Bitcoin und Gold

In der Untersuchung erläutern die Forscher Max J. Krause und Thabet Tolaymat zunächst den zugrunde gelegten Energiebedarf. Dieser bezieht sich auf die Menge Energie, die zwischen Anfang 2016 und Mitte 2018 erforderlich war, um Bitcoin im Wert von 1 US-Dollar zu minen. Dieser Wert lag bei 17 Megajoule. Zu beachten ist, dass es sich dabei um einen mathematisch errechneten Wert handelt, der die notwendige Kühlleistung beim Minen und die Wartung der Miningcomputer nicht einbezieht.

Wenn man diese 17 Megajoule in Kilogramm Öleinheit umrechnet, zeigt sich, dass zum Erzeugen eines Bitcoin Anteils im Wert von 1 US-Dollar dieselbe Energiemenge notwendig ist, die beim Verbrennen von 400 Gramm Erdöl entsteht.

Um in demselben Zeitraum eine Menge Gold im Wert von 1 US-Dollar zu schürfen, benötigte man dagegen nur 5 Megajoule. Auch andere Kryptowährungen, wie Litecoin, Ethereum und Monero, benötigten in dem Zeitraum zum Minen mehr Energie, als zum Schürfen einer gleichwertigen Goldmenge notwendig war.

 

Wer viel Energie verschlingt

In der Studie wurde nicht nur Gold betrachtet, sondern auch andere Metalle. Eines dieser Metalle verschlingt zum Schürfen sogar viel mehr Energie als Bitcoin. Dieses Metall ist Aluminium. Zum Schürfen einer Aluminiummenge im Wert von 1 US-Dollar benötigt man, so die Studie, 122 Megajoule. In der Untersuchung heißt es dazu:

„Zum Vergleich: Wir schätzen, dass beim Schürfen von Aluminium, Kupfer, Gold, Platinmetallen und Seltenen Erden jeweils 122, 4, 5, 7 und 9 Megajoule erforderlich sind, um einen Wert von 1 US-Dollar zu erzeugen.“

Damit benötigt das Schürfen einer Aluminiumenge im Wert von 1 US-Dollar mehr als siebenmal soviel Energie, wie für das Minen von Bitcoin in demselben Wert notwendig ist. Das entspricht also der Energiemenge, die beim Verbrennen von mehr als 2,8 Kilogramm Erdöl entsteht.

Im Hinblick auf die CO2-Bilanz führt die Studie aus, dass die Bilanz von dem jeweiligen Land abhänge, in dem die Aktivität stattfinde. So produziere Kanada etwa günstigere und sauberere Energie als China. Umgerechnet entsteht daher beim Mining in China etwa viermal mehr CO2 als beim Mining in Kanada.

 

Ein Ausblick auf die Zukunft

Viele andere Untersuchungen haben schlimme Umweltauswirkungen des Kryptominings prognostiziert. Die jetzige Studie des Oak Ridge Institute geht hingegen davon aus, dass die Annahme neuer Technologien die Auswirkungen minimieren könnte. Als Beispiel führen die Forscher dafür die Hard Fork von Monero und die geplante Änderung des Konsensmechanismus von Ethereum auf.

Quellen: Nature, Earth Chronicles, Pixabay

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