Droht der Tether Bank die Insolvenz?

Einem Bericht im Blog der Website „Modern Consensus“ zufolge steckt die Noble Bank aus Puerto Rico derzeit in großen Schwierigkeiten. Weiter heißt es, dass die Bank finanziell nicht stabil sei und sich sehr darum bemühe, neue Mittel zu erhalten.

Das ist von Interesse, weil die Noble Bank die Hauptzentralbank der Kryptowährung Tether (USDT) ist. Der CEO der Noble Bank, John Betts, hat mit dem Mitbegründer von Tether, Brock Pierce, bereits zusammengearbeitet, bevor die Unternehmen gegründet wurden. Die Kryptowährung Tether soll von US-Dollars gedeckt sein. In der letzten Zeit wurden jedoch Vorwürfe laut, wonach Tether Kryptowährungen mit Token gekauft haben soll, die keine Dollardeckung besaßen.

Ein großer Teil der bei der Noble Bank angelegten Assets sind die US-Dollars, mit denen Tether gedeckt sein soll. Die Bank hat versucht, Großinvestoren zu finden, die ihr helfen, Tether zu kaufen. Dies blieb jedoch vergeblich. In dem Blog-Bericht hieß es dazu unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle:

„Wenn Noble nicht bald Geld auftreiben kann, bleiben ihnen nur noch ein paar Tage … sie sind verzweifelt.“

Ein Sprecher von Tether hatte kürzlich erklärt, dass Tether in der letzten Zeit mit einigen Problemen zu kämpfen gehabt habe. Darüber hinaus wurde von einem Fall berichtet, in dem eine Einzelperson „Tether im zweistelligen Millionenbereich“ abstoßen wollte, ohne einen Käufer zu finden.

 

Tether kriegt zunehmend Konkurrenz

In der letzten Zeit versuchen zwei neue Stablecoins, Tether seine Stellung streitig zu machen. Dabei handelt es sich um die Kryptowährungen „Gemini Dollar“ (GUSD) und „Paxos“ (PAX). Beide Coins sind auf einer Basis von 1-zu-1 von US-Dollars gedeckt. Das bedeutet, dass sowohl ein Gemini Dollar als auch ein Paxos den Wert eines US-Dollar repräsentieren. Zusätzlich haben sie ein Audit des Finanzministeriums des Bundesstaates New York durchlaufen. Tether hingegen sah sich hinsichtlich der Deckung immer wieder Zweifeln ausgesetzt. Zudem hat sich das Unternehmen bereits im Januar von seinem Haupt-Auditor, der New Yorker Anwaltskanzlei Friedman LLP, getrennt. Danach wurde sogar die Meinung laut, es sei unmöglich, Tether einem Auditing zu unterziehen.

Die Entwickler von Paxos haben ihre Stablecoin mit einer Hintertür ausgestattet, die vielleicht nicht allen Nutzern zusagen dürfte. So können Strafverfolgungsbehörden oder jeder Administrator die Coins eines Wallets „einfrieren“ oder sie sogar vernichten. Weiter hat Paxos behauptet, monatliche Bilanzaufstellungen veröffentlichen zu wollen, die dann von führenden Experten überprüft würden.

Die Kryptowährung Gemini Dollar wurde von der Kryptobörse Gemini der Winklevoss-Zwillinge eingeführt. Gemini Dollar basiert auf der Ethereum Blockchain und nutzt den ERC-20-Tokenstandard. Ziel von Gemini Dollar ist es ebenfalls, Tether als bisherigen Platzhirsch unter den Stablecoins den Rang abzulaufen.

Quellen: Modern Consensus, Business Insider, Medium, Pixabay

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