Droht Ethereum (ETH) der Kollaps? Vitalik Buterin erklärt seine Sicht der Dinge

Verschiedene Beobachter sahen Ethereum in der letzten Zeit am Rande des Abgrundes. Dazu gehört etwa Jeremy Rubin, der kürzlich einen Blogeintrag mit dem Titel „Der Kollaps von ETH [Ethereum] ist unausweichlich“ veröffentlichte. Auch Arthur Hayes, der CEO der Bitcoin Börse BitMEX, prognostizierte, dass Ethereum bald zur „zweistelligen Shitcoin“ würde (ich berichtete). Diese Stellungnahmen haben zu einem Aufschrei der Empörung in der Ethereum-Community geführt.

 

Rubins Blogeintrag sieht den Ethereum Kurs am Boden

Jeremy Rubin ist derzeit technischer Berater von Stellar und Beitragender von Bitcoin Core. In seinem Eintrag erklärte Rubin, dass der prognostizierte Kurszusammenbruch von Ethereum drei Gründe habe. Zu nennen seien die mangelnde Skalierbarkeit, die nicht genügende Anpassung und das Fehlen sicherer Regeln für Smart Contracts. Zusammenfassend handele es sich, so Rubin, um eine „ökonomische Abstraktion“. Dieser Begriff wird verschiedentlich für die Bezahlung der Gebühren (Gas) von Smart Contracts oder Transaktionen mittels eines nativen Tokens des Contracts verwendet. Dieses Token basiert auf dem ERC-20-Standard, ist aber kein Ethereum. In diesem Lichte argumentierte Rubin, dass die Zahlung von Gas-Gebühren mit ERC-20-Token die Ethereum-Coin (Ether) überflüssig mache. Ein Zusammenbruch des Kurses sei daher unausweichlich.

So schrieb Rubin:

„Anstelle das Gas in ETH [Ethereum] zu bezahlen, könnten wir jede «Schlagwort-Coin»-Transaktion dazu veranlassen, einen kleinen Betrag an «Schlagwort-Coins» direkt an die Mineradresse des Blocks zu schicken, um so für die Ausführung des Contracts zu zahlen. Die Bezahlung von Gas mit einem Asset, das nicht ETH [Ethereum] ist, nennt man in der Ethereum-Community manchmal «ökonomische Abstraktion».“

 

Buterins Antwort lässt nicht lange auf sich warten

Die Nachricht von Rubins Blogeintrag verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Vitalik Buterin, der Mitbegründer von Ethereum, nahm daher auf Reddit sofort dazu Stellung. Erstaunlicherweise stimmte Buterin zunächst teilweise zu. So hieß es:

„Für Ethereum, wie es heute existiert, ist das absolut richtig. Genau genommen wären, wenn Ethereum sich nicht entwickelte, alle Argumente des Autors zutreffend (ausgenommen der Teil zum Proof-of-Stake, der auch für das heutige Ethereum nicht gilt).“

Im Hinblick auf die „ökonomische Abstraktion“ erklärte Buterin jedoch, dass der Community derzeit zwei Vorschläge vorlägen. Einer dieser Vorschläge sei darauf ausgerichtet, dass Ethereum als Zahlungsmittel für Gas vorgeschrieben wird. Dadurch würde eine Struktur geschaffen, die es verhindere, dass der Kurs von Ethereum abstürze. Diese wohl ausgewogene Antwort Buterins verfehlte ihre Wirkung nicht und wurde von einigen Mitgliedern der Ethereum-Community auf Reddit unterstützt.

So schrieb etwa der Reddit-Nutzer „u/Alzerion“:

„Ist es nicht besser, zu erkennen, dass etwas nicht stimmt, als sich der Illusion hinzugeben, alles sei bestens? Er [Buterin] scheint bescheiden genug, zu sehen, was mit seinem Projekt nicht stimmt.“

Quellen: TechCrunch, Reddit, Pixabay

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