Finanzanalyst: Bitcoin ist ein riesiges Schneeballsystem

Gegenüber CNBC hat der bekannte US-Finanzanalyst Gary Shilling Bitcoin als „eine Art riesiges Ponzi-Schema [ungefähr: Schneeballsystem]“ bezeichnet. Sein Investmentunternehmen eröffne daher Short-Positionen auf Bitcoin, sagte Shilling.

Shilling erklärte weiter, dass ihn die undurchsichtige Natur der Kryptobranche skeptisch mache. Auch habe er Zweifel, weil die Identität von Satoshi Nakamoto – des Erfinders von Bitcoin – nie offengelegt worden sei.

Der altgediente Investor zeigte sich auch skeptisch im Hinblick auf eine festgelegte Maximalmenge der Kryptowährung. So fragte er sich:

„Angeblich gibt es eine Begrenzung, aber wo steht in Stein gemeißelt, dass man die nicht erhöhen kann?“

Schließlich beklagte er auch die großen Energiemengen, die die Miner verbrauchen.

 

Bitcoin als „Black Box“

Shilling ist ein bekannter Krypto-Skeptiker. Im August hatte er eingeräumt, Bitcoin nicht zu verstehen und es als „Black Box“ abgetan. Wie es scheint, hat Shilling seine Meinung in der Zwischenzeit nicht geändert. In dem Interview mit CNBC erklärte er, dass Bitcoin keine Währung sei. Dafür nannte er drei Gründe. So sei Bitcoin kein Wertspeicher, es sei kein Austauschmittel und es werde nicht universell akzeptiert.

Zusammenfassend erklärte Shilling:

„Alle normalen Voraussetzungen für eine Währung erfüllt es [Bitcoin] einfach nicht. Der einzige Zweck von Bitcoin, den ich mir vorstellen kann, ist für Transaktionen, die nicht in den Geschäftsbüchern erscheinen sollen, also Transaktionen in der Unterwelt. Ich kann einfach keinen legitimen Zweck erkennen. Es handelt sich um ein Spiel.“

Damit schloss er sich Warren Buffet und Bill Gates an, die Kryptowährungen gegenüber ebenfalls negativ eingestellt sind. Im Mai etwa hatte Buffet Bitcoin als „Rattengift hoch zwei“ geschmäht und erklärt, dass es nur „Scharlatane“ anlocke. Bill Gates hatte sich ähnlich geäußert und gesagt, Kryptowährungen seien ein irres, spekulatives Glücksspiel.

 

Die Milliardäre der nächsten Generation sind optimistisch

Im Gegensatz dazu ist eine jüngere Generation von Technik-Milliardären, wie Jack Dorsey, Peter Thiel und Tim Draper, den Kryptowährungen gegenüber positiver eingestellt. Sie gehen davon aus, dass Bitcoin alle anderen Währungen ersetzen wird. Draper zeigte sich sogar so optimistisch, dass er erklärte, Bitcoin werde bis 2022 einen Kurs von 250.000 USD haben. Diese Prognose erhält er aufrecht, auch in Anbetracht der Kursverluste dieses Jahres.

Im Blog hatte ich bereits mehrmals über Draper berichtet. Er hat früh in Skype, Tesla und Hotmail investiert. Jetzt geht er davon aus, dass Bitcoin größer werden wird, als alle drei genannten Projekte zusammen. Als Revolution übertreffe Bitcoin selbst das Internet.

Insgesamt scheint es so, als verlaufe die Grenze ungefähr parallel zu den Generationen. Am Ende dürfte sich vermutlich die jüngere Generation durchsetzen, einfach, weil ihnen mehr Zeit beschieden ist. Die Situation lässt auch an den Anfang der 1980er Jahre denken, als die Großeltern kopfschüttelnd vor den neuen Heimcomputern der Enkel standen und sich mit Sicherheit nicht vorstellen konnten, dass ähnliche Geräte in Zukunft alle Facetten des Lebens beeinflussen würden.

Quellen: CNBC, Twitter, Pixabay

Auch interessant Mehr vom Autor

1 Kommentar

  1. Gerhard Sewing sagt

    Alt gegen jung. Die Generation Vorgestern gegen die Generation Übermorgen. Da die Zeit linear ist kann man leicht erkennen wer sich durchsetzen wird.

Kommentar schreiben

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.