Google nähert sich der Bitcoin- und Blockchain-Industrie an

Google hat jüngst angekündigt, dass man künftig mit zwei Start-ups aus dem Blockchain Bereich zusammenarbeiten wird. Die beiden Unternehmen heißen Digital Asset und BlockApps. Mit den Partnerschaften will Google die Distributed Ledger Technologie (DLT) auf seine „Google Cloud Plattform“ (GCP) bringen.

Diesmal meint es Google wohl ernst mit dem Blockchain Eintritt

Die Ankündigung war bewusst sehr knapp gehalten. Google möchte sich die große Ankündigung für die heute beginnende Konferenz „Next ’18“ aufsparen. Dabei will man mehr Informationen zu den Partnerschaften im Wege einer sogenannten „Breakout-Session“, also einer kleineren Unterveranstaltung mit ganz speziellem Thema, bekanntgeben. Diese Breakout Session soll den Titel „Distributed Ledger Technologiepartnerschaften in Google Cloud“ tragen. In diesem Rahmen will Google seine DLT-Partner vorstellen, die „demonstrieren werden, wie man heute schon mit dem Entwickeln von DLT-Lösungen für Unternehmensanwendungen beginnen kann.“

Zum Glück müssen wir aber nicht warten, um zu wissen, was genau hinter den Partnerschaften steckt. Beide Partner waren nämlich so zuvorkommend, bereits gestern eigene Presseerklärungen herauszugeben.

In der Presseerklärung von Digital Asset hieß es, dass man die hauseigene Blockchain Plattform und Entwicklertools auf die Google Cloud Plattform bringen wolle. Damit erhielten Entwickler auf GCP Zugriff auf umfassende Tool-Suites und Dienste. Mit diesen könnten sie auf Abruf und ohne die unterliegende Plattform konfigurieren zu müssen, Distributed-Ledger-Applikationen entwickeln, testen und installieren, hieß es weiter.

Der Internet-Riese unterstützt Blockchain Startups

Digital Asset teilte zudem mit, dass Google an der privaten Beta des Entwicklerprogramms von Digital Asset teilnehme. Im Rahmen dessen hätten die Teilnehmer Zugriff auf die Software-Entwicklungskits (SDKs) der „Digital Asset Modeling Language“ (DAML). Dabei handelt es sich um eine Programmiersprache für Smart Contracts, die speziell auf die Nutzung in DLT-Applikationen ausgelegt ist. Darüber hinaus ist die Programmiersprache so gestaltet, dass sie das Aufsetzen von Smart Contracts vereinfacht. Die Vereinbarungen und die Parteien werden darin als native Konstrukte behandelt, so dass sich die Programmierer nicht mit den Ledgerdetails belasten müssten. Zusätzlich verfüge, so schrieb Digital Asset, DAML über Schutzmechanismen, die es verhindern, dass man ungewollt Contracts mit unvorhergesehenen Ergebnissen erstelle. Schließlich teilte Digital Asset auch mit, dass man DAML als „Plattform als Service“ (PaaS) auf Google Cloud anbieten werde.

Das Start-up BlockApps gab ebenfalls eine Presseerklärung heraus. Darin teilte das Unternehmen mit, dass man die App STRATO anbiete. Dabei handele es sich um eine schnell einsetzbare „Blockchain als Service“-Lösungsplattform für Unternehmen. Weiter hieß es:

„[STRATO] basiert auf dem Ethereum-Protokoll (…) und bietet Möglichkeiten zur Integration von Programmierschnittstellen auf Industrieniveau, ebenso wie konfigurierbare Konsensalgorithmen und die Möglichkeit, Blockchain Daten mit einer klassischen SQL-Datenbank abzufragen und zu melden …“.

Die Veranstaltung und die Erklärungen zeigen, dass Google es offenbar Ernst meint mit der Blockchain Technologie. Vermutlich will sich der Suchmaschinenriese in diesem Bereich nicht von der Konkurrenz abhängen lassen. Zu dieser Konkurrenz gehören Schwergewichte wie Microsoft mit seinem Dienst „Azure“ und Amazon mit seinen „Web Services“. Beide Dienste haben derzeit höhere Marktanteile als die Google Cloud Plattform.

Quellen: Google Cloud, Digital Asset Presseerklärung, BlockApps Presseerklärung, Pixabay

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