IWF Chefin Lagarde betont Vorteile von Bitcoin, Ethereum, Ripple & Co.

Christine Lagarde ist die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF). In dieser Eigenschaft hat sie ihre letzten zwei Blogeinträge auf der offiziellen IWF-Webseite dem Thema Kryptowährungen gewidmet. In ihrem jüngsten Blogeintrag beschreibt sie viele Vorteile von Kryptowährungen. Sie rechnet mit einem großflächigen Umschwenken von herkömmlichen, von Regierungen herausgegebenen Währungen hin zu Kryptowährungen.

Am Dienstag hat Christine Lagarde als geschäftsführende Direktorin des IWF erneut einen ihrer Blogeinträge den Kryptowährungen gewidmet. Auf der offiziellen Webseite des IWF beschrieb sie die Vorzüge von Kryptowährungen. Dieser Eintrag folgt einem Eintrag im letzten Monat, in dem sie die aus ihrer Sicht bestehenden Nachteile aufzeigte. Lagarde begann ihre Betrachtung mit einem Rückblick auf die „dunkle Seite“ von Krypto-Assets, insbesondere die Möglichkeiten zur Geldwäsche und zur Terrorismusfinanzierung. Danach führte sie aus:

„Hier möchte ich einmal herausstellen, welche Vorzüge sie [die Kryptowährungen] bieten. Ein vernünftiger Blick auf Krypto-Assets sollte uns zu dem Ergebnis bringen, Kryptowährungen weder zu verdammen noch in Euphorie zu verfallen“.

Lagarde erkannte an, dass viele Kryptowährungen zirkulieren. Sie bemerkte dazu, dass „es unausweichlich erscheint, dass viele davon den Prozess der schöpferischen Zerstörung nicht überstehen werden“. Nach Angaben auf CoinMarketCap gibt es derzeit 1.568 Kryptowährungen.

Die IWF-Chefin erklärte weiter: „Die übrig bleibenden Krypto-Assets könnten einen erheblichen Einfluss auf die Art und Weise haben, wie wir sparen, investieren und unsere Rechnung bezahlen“. Sie fügt hinzu: „Darum sollten die gesetzgebenden Organe offen an die Dinge herangehen und sich um einen unparteiischen Regulierungsrahmen bemühen. Dieser sollte die Risiken minimieren und gleichzeitig einen fruchtbringenden kreativen Prozess ermöglichen“.

Als ersten Vorteil stellte Lagarde heraus:

„Krypto-Assets eröffnen schnelle und günstige Möglichkeiten für finanzielle Transaktionen, während sie zugleich einige der Vorteile von Bargeld bieten“.

Sie betonte, dass „einige Zahlungsdienstleister heute Überseeüberweisungen in nur einigen Stunden ausführen und nicht mehr Tagen“. Sie ergänzte: „Wenn privat herausgegebene Krypto-Assets riskant und instabil bleiben, wird es vielleicht einen Bedarf für von den Zentralbanken herausgegebenes Kryptogeld geben“.

Danach erörterte Lagarde einen weiteren Punkt. Dabei ging es um die mögliche Ausgleichsfunktion der Finanzlandschaft, die die Kryptowährungen mit sich bringen. Lagarde betonte ihre Meinung, dass „trotz der Fintech-Revolution weiterhin Bedarf an vertrauenswürdigen Mittelsmännern, etwa Brokern oder Bankern, bestehen wird“. Dazu führte sie aus:

„Es besteht jedoch Hoffnung, dass dezentralisierte Applikationen, angetrieben von Krypto-Assets, zu einer Diversifizierung der Finanzlandschaft führen werden. So kann eine bessere Balance zwischen zentralisierten und dezentralisierten Dienstanbietern entstehen. Das führte zu einem finanziellen Umfeld, das effizienter und potenziell robuster gegenüber Bedrohungen ist“.

Auch zu den Auswirkungen auf die Finanzstabilität äußerte sich Lagarde. Sie schrieb: „Nach unserer vorläufigen Bewertung stellen Krypto-Assets aufgrund ihres immer noch geringen Einflusses und den begrenzten Verknüpfungen zum Rest des Finanzsystems keine unmittelbare Gefahr dar“. Ungeachtet dessen rief die IWF-Chefin die Regulierer dazu auf, wachsam zu bleiben. Kryptowährungen hätten das Potenzial, hochgradig gehebeltes Trading noch zu verstärken und ökonomische Schocks zu übertragen. Daher sollten sie mehr in herkömmliche Finanzprodukte integriert werden. Weiter führte sie aus:

„Auch Banken und andere Finanzinstitutionen werden sich Herausforderungen für ihr Geschäftsmodell gegenübersehen, falls es zu einem großflächigen Wechsel von den herkömmlichen, von Regierungen herausgegebenen Währungen hin zu Krypto-Assets kommt. Regulierer könnten dabei auf größere Schwierigkeiten stoßen, die Stabilität eines diffuseren und dezentralisierten Finanzsystems zu sichern. Auch Zentralbanken könnten dann Probleme haben, im Fall einer Krise Zentralbankkredite zu vergeben“.

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