Kampf der Bitcoin Börsen: Coinbase gegen Binance

Die großen Bitcoin Börsen Coinbase und Binance stehen in einem ständigen Wettstreit gegeneinander. Jetzt hat Jeff John Roberts ein Buch darüber geschrieben. Wir werfen für Sie einen Blick in das Buch.

Das Buch von Robert, der als Journalist für das US-Wirtschaftsmagazin Fortune arbeitet, heißt „King of Crypto“ und beginnt mit den Ursprüngen von Coinbase.

Am Anfang war Coinbase

Coinbase wurde 2012 gegründet und erhielt 2013 das erste Risikokapital für seinen Aufbau. Von Anfang an war Coinbase immer besonders darauf bedacht, alle Regulierungen einzuhalten. Das hatte auch Erfolg und 2015 erhielt Coinbase als erste Kryptobörse die Erlaubnis zum Handel mit Bitcoin. Insgesamt hat diese Haltung der Kryptobörse Vor- und Nachteile eingebracht. Zwar war man so bei den Regulierern immer gerne gesehen, doch konnte auf der anderen Seite Binance sich die „wilde“ Kryptowelt unter den Nagel reißen.

Coinbase galt wegen seiner Regeln immer auch als etwas umständlich. Auf der anderen Seite hat Coinbase die Kryptowährungen auch zugänglich für den Mainstream gemacht. Hier offenbart sich aber der große versteckte Nachteil – denn mit dem Einhalten der Vorgaben verlor Coinbase auch seine Fähigkeit zur Innovation.

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Der Bitcoin (BTC) Kurs am 25.05.2020

Das Ergebnis des Bitcoin Ringens

Im Jahr 2017 war Coinbase schließlich zur größten Kryptobörse der Welt herangewachsen. Zugleich zeigte sich, dass viele Kunden ihr Coins nahmen und sie auf Binance transferierten. Das zeigte Wirkung. In nur fünf Monaten seit ihrer Eröffnung gelang es Binance, den Konkurrenten Coinbase zu überrunden. Seitdem ist Binance mit ihrem CEO Changpeng Zhao (CZ) die größte Kryptobörse der Welt. Binance kann heute mit einem 24-Stunden-Handelsvolumen von 5,96 Milliarden USD aufwarten. Coinbase Pro, die Profi-Sparte von Coinbase, bringt es in demselben Zeitraum nur auf 529 Millionen USD. Diese Daten stammen von CoinMarketCap, das – pikanterweise – inzwischen Binance gehört.

Da Coinbase die Zahlen für seine vielen Privatkunden nicht veröffentlicht, kann man diese nicht mit Binance vergleichen. Mit Blick auf die bloßen Nutzerzahlen stellte Coinbase den Konkurrenten immerhin in den Schatten. Während Binance es nur auf 15 Millionen Kunden bringt, kann Coinbase das Doppelte vorweisen.

Was war der Grund?

Der Grund für den kometenhaften Aufstieg von Binance war wohl die Bereitschaft, alle möglichen neuen Altcoins zu notieren. Wenn es etwas Neues gab, dann gab es das auf Binance. Coinbase war hingegen so auf seine Compliance bedacht, dass es immer hinterherhinkte. Selbst Ripple XRP (als es noch als Kurshoffnungsträger galt) war lange Zeit nicht auf Coinbase verfügbar, während es auf Binance wie selbstverständlich gelistet war.

Binance war damit der junge, hungrige Herausforderer, der flink agierte und das tat, was notwendig war. Coinbase hingegen verhielt sich wie der alte Sieger, der inzwischen etwas Bauch angesetzt hat und nur noch seine angestaubten Pokale poliert. Das Ergebnis war klar.

Das Motto heißt disruptiv

In der Welt der Technik sind ähnliche Fälle, also die disruptiver Geschäftsmodelle, häufig. Als Beispiel mögen Facebook und Uber dienen. Beide entwickeln neue Dienste und Angebote mit einer solchen Geschwindigkeit, dass die Regulierung nicht mithalten kann. Die in die Jahre gekommene Transport- und Anzeigebranchen wissen gar nicht, wie ihnen geschieht und sind ruckzuck abgehängt. Es fragt sich: Hätten Facebook und Uber das auch geschafft, wenn sie vorsichtiger vorgegangen und alles auf Regeltreue ausgerichtet hätten? Vermutlich nicht.

Das Ringen zwischen Binance und Coinbase spiegelt auch ein wenig eine unterliegende grundsätzliche Frage wider: Will die Kryptobranche ein wilder Rebel bleiben oder eine solide Größe im Mainstream sein? Zumindest für Satoshi Nakamoto dürfte die Antwort klar sein.


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Bild: Pixabay

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