Kommt die staatliche Kryptowährung für Norwegen?

Die norwegische Zentralbank prüft derzeit die Möglichkeit der Herausgabe einer eigenen Kryptowährung (CBDC). Dies geht aus einem kürzlich veröffentlichten Bericht der „Norges Bank“ hervor. Nach Auffassung der Bank könnte eine solche Währung eine Alternative zu Bargeld darstellen. So heißt es in dem Bericht:

„Solange ein Bedarf dafür besteht, werden wir weiter Bargeld ausgeben. Wenn die Nutzung von Bargeld abnimmt, könnte CBDC eine Alternative zur Einzahlung von Geld sein“.

Der Bericht nennt technologische Fortschritte und die Abnahme der Bargeldnutzung als Gründe. Diese gäben den Ausschlag für die Prüfung der Einführung einer eigenen Kryptowährung.

In dem Bericht steht:

„Ein wichtiger Trend im Zahlungssystem ist die allmähliche Abnahme der Bargeldnutzung. Das Bargeld wird uns noch viele Jahre erhalten bleiben. Trotzdem ist es möglich, dass es ab einem bestimmten Zeitpunkt wenig genutzt wird. Dann könnte es nicht mehr als allgemein verbreitetes Zahlungsmittel angesehen werden. Es ist nicht das Ziel von Norges Bank, das Bargeld abzuschaffen, weder durch CBDC noch auf andere Art und Weise. Die Nutzung von Bargeld sollte sich rein am Bedarf orientieren“.

In dem Bericht zeigt sich die Bank im Hinblick auf die Blockchain und die Ausgabe einer Kryptowährung vorsichtig. So heißt es:

„Die Technologie steckt nach wie vor in den Kinderschuhen. Die Systeme, zumindest die von uns untersuchten, sind viel weniger leistungsfähig und schnell als moderne, zentralisierte Zahlungssysteme. Neue Versionen der Technologie mögen vielleicht Abhilfe schaffen. Bis dahin liegt allerdings noch ein weiter Weg vor der Technik. Offene Netzwerke auf der Basis eines Proof-of-Work verschlingen unverhältnismäßig viel Energie. Das führt zu hohen Systemkosten. Es ist wahrscheinlich, dass eine solche Aufgabe von einem zentralisierten System effizienter erledigt werden könnte. Im Falle von CBDC wäre dies die Zentralbank oder ein von der Bank beauftragter Betreiber“.

Der Bericht gelangt zu dem Ergebnis, dass es noch zu früh für eine Entscheidung sei. Es sei noch nicht absehbar, ob die Einführung von CBDC der richtige Schritt sei. Die endgültige Entscheidung werde nach einer sozio-ökonomischen Kosten-Nutzen-Analyse getroffen. Dabei werde die Frage einbezogen, inwieweit CBDC die Finanzstabilität, die Geldpolitik und das Zahlungssystem beeinflussen würde.

Schweden und die Schweiz überprüfen derzeit ähnliche Alternativen zu Bargeld. Auch dort geht es um die Frage, ob staatliche Kryptowährungen herausgegeben werden sollten.

 

Quellen: Norges Bank, The Guardian, Reuters Bild: Pixabay

Bitte bewerten Sie diesen Artikel
[Gesamt: 0 Durchschnitt: 0]

Kommentar schreiben

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

16 − 15 =