Kryptobörse Binance CEO wird kritisiert, weil empfiehlt Kryptowährungen auf der Börse statt im eigenen Wallet aufzubewahren

Der Chef von Binance, Chengpeng Zhao („CZ“), ist angegriffen worden, nachdem er Krypto-Inhabern geraten hatte, ihre Bestände auf den Börsen zu lassen, anstatt auf persönlichen Speichergeräten wie USB-Laufwerken oder Hardware-Wallets.

In einem Tweet schien Zhao darauf hinzudeuten, dass das Risiko der Selbstverwaltung wesentlich höher ist als das Risiko, dass Kryptowährungen an „seriösen“ Börsen wie Binance abhanden kommen.

Am 15. Januar schrieb er:

„Dieser Tweet wird ein Meme“

Der Tweet traf erwartungsgemäß auf Kritik. Nicht zuletzt deshalb, weil er ihn tatsächlich als Antwort auf die Nachricht gepostet hatte, dass Cryptopia gehackt wurde. Dies ist eine in Neuseeland ansässige Kryptobörse welcher mindestens 2,44 Millionen US-Dollar (ETH) und andere Coins im Wert von 1,18 Millionen US-Dollar entwendet wurden. Diese wurden von den Hackern an mehrere unbekannte Krypto Wallets überwiesen. Während zurzeit noch nicht ganz klar ist wie es zu dem Hack kommen konnte, wurden die Twitter-Meldungen von Zhao rasch mit negativen Reaktionen bedient.

Einige Antworten waren höflich skeptisch.

Andere waren nicht so wohlklingend.

Einige waren anklagend.

Kryptobörsen-Hacks in der Größenordnung von Mt. Gox in 2014 sind keine regelmäßigen Vorkommnisse mehr. Jedoch kommt es immer wieder zu signifikanten Diebstählen von den Börsen. Solche Verstöße stellen ein ernstes Risiko für die langfristige Stabilität und die Massenannahme von Kryptowährungen dar. Kürzlich wurde berichtet, dass alleine im ersten Halbjahr 2018 mehr als 731 Millionen US-Dollar durch Börsen-Hacks verloren gingen. Der Großteil davon ging bei dem 500 Millionen USD Coincheck-Hack im Januar 2018 verloren.

 

Vertrauen oder Hybris?

Für viele in der Krypto-Community gibt es keine absolut sichere Handelsplattform. Für sie ist es möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis auch Binance gehackt wird.

Einige glauben jedoch, dass Zhaos Vertrauen in die Sicherheitsinfrastruktur von Binance nicht fehl am Platz ist und dass ihre Mittel sicher in den Wallets der Plattform sind.

Einige glauben sogar, dass Binance den sprichwörtlichen Status „zu groß zum Scheitern“ auf dem Markt für Kryptowährungen erreicht hat, was die Sicherheit ihrer Gelder effektiv garantiert.

In Anbetracht des Aufruhrs, den sein Kommentar auslöste, postete Zhao später einen Folge-Tweet. Dieser besagte, dass er entgegen der allgemeinen Wahrnehmung seines ursprünglichen Tweets nicht die Verwendung von Kryptobörsen gegenüber anderen Speicheroptionen wie persönliche Wallets empfahl.

Es mag sein, dass Binance herausragende Sicherheitsmechanismen hat. Allerdings war in der Vergangenheit das persönliche Wallet stets die sicherste Verwahrung nach dem Bitcoin Kauf auf einer Börse. Alleine in 2018 kam es zu etwa einem dutzend Hackerangriffen und Sicherheitsproblemen bei Kryptobörsen.

Bildquelle: Pixabay

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