Neue Studie: Bitcoin Wale schaden dem Bitcoin Kurs nicht, sondern stützen ihn

Die Blockchain Informationsplattform Chainalysis hat in ihrem Blog eine aufschlussreiche neue Studie veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die sogenannten „Bitcoin Wale“, also Personen oder Gruppe, die große Mengen an Bitcoin besitzen, eine überraschend vielfältige Schar sind. Auch ergibt sich aus der Studie, dass die Wale dem Markt vermutlich mehr nützen als schaden.

Viele Investoren haben schon lange Sorge, dass eine Marktsituation entstehen könnte, in der die Wale einen übermächtigen Einfluss auf den Bitcoin Kurs haben. Diese Angst rührt von Berichten her, die nahelegen, dass Wale großen Mengen ihrer Bitcoin verkaufen und so den Kurs auf Talfahrt schicken.

 

Wie viel Einfluss haben die Wale wirklich?

Diese Ängste dürften jedoch unbegründet sein. Dies ergibt ein genauer Blick auf die größten Bitcoin Wallets. Die Daten von Chainalysis zeigen, dass die Bitcoin Wale eine recht uneinheitliche Gruppe sind. Mehr als die Hälfte von ihnen sind keine aktiven Trader. Interessant ist auch, dass nur wenige von ihnen die Möglichkeit haben, den Markt zu beeinflussen. Zudem neigen sie dazu, bei einem Kurssturz zu kaufen, nicht zu verkaufen. Ebenfalls bedenken muss man, dass diese Investoren Profis sind. Für den Handel nutzen sie außerbörsliche Plattformen, die ihre Transaktionsvolumen bewältigen können und zugleich den Kurs nur moderat beeinflussen.

Chainalysis fand heraus, dass die 32 größten Bitcoin Wallets zusammen ungefähr 1 Million Bitcoin besitzen. Das bezieht sich auf den Stand von August 2018 und betrifft nur Wallets, die nicht an Kryptobörsen lagern. Je nach ihren Eigenschaften hat Chainalysis diese Wallets in Kategorien eingeordnet. Die Kategorien tragen die Namen „Trader“, „Miner/Early Adopter“, „Verlorene“ und „Kriminelle“.

Die Gruppe der Trader umfasst neun Wallets, die zusammen über 332.000 Bitcoin kontrollieren. Das wäre also ungefähr ein Drittel der Gesamtmenge der Bitcoin in den Händen der Wale. Die Trader sind zumeist Neuankömmlinge im Kryptobereich und erst 2017 in die Bitcoin Welt gekommen.

Danach folgt die zweitgrößte Gruppe, die der Miner/Early Adopter. Sie waren schon vor den Tradern am Markt. Diese Gruppe besteht aus 15 Wallets, die zusammen ebenfalls etwa 332.000 Bitcoin auf sich vereinen. Die Besitzer dieser Wallets sind bereits ab 2016 dabei und vermutlich sehr reich.

 

Die Wale nützen dem Ökosystem

Die „Verlorenen“ sind die drittgrößte Gruppe der Untersuchung. Sie besitzen insgesamt etwa 212.000 Bitcoin. Allerdings haben diese Wallets schon lange keine Transaktionstätigkeit mehr gezeigt, in manchen Fällen seit dem Jahr 2011 nicht mehr. Das mag daran liegen, dass die Besitzer ihre Private Keys verloren haben oder verstorben sind, ohne die Keys zu hinterlassen. In beiden Fällen kann man nicht mehr auf die Wallets zugreifen. Diese Bitcoin dürften also verloren sein.

Schließlich gibt es noch die Gruppe der „Kriminellen“. Diese umfasst nur drei Wallets, die zusammen über 125.000 Bitcoin kontrollieren. Zwei dieser Wallets haben Verbindungen zum ehemaligen Darknet-Handelsplatz Silk Road und das dritte Wallet scheint mit Geldwäsche zu tun haben.

Festzuhalten ist, dass von den Walen nur etwa ein Drittel überhaupt aktiv handelt. Die „verlorenen“ Wal-Wallets werden voraussichtlich auch weiterhin inaktiv bleiben. Es zeigt sich also, dass der Einfluss der Wale kleiner ist als bisher angenommen wurde. Auch kauft ein ganzes Drittel der Wale eher Bitcoin hinzu, als zu verkaufen. Entgegen den Behauptungen schwächen die Wale den Bitcoin Kurs insgesamt also nicht, sondern stabilisieren ihn eher.

Quellen: Insights, Bloomberg, Pixabay

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