Positiv für Bitcoin, Ripple (XRP) und Stellar? Minister Heiko Maas schlägt europäisches Swift-System vor

Aufgeschreckt durch die US-Sanktionen denkt man in der Bundesrepublik offenbar über ein von den USA unabhängiges Zahlungssystem nach. Beobachter gehen davon aus, dass die Umsetzung eines solchen Vorhabens die Position von Bitcoin und anderen Kryptowährungen erheblich stärken würde.

Vor einiger Zeit haben die USA gegen den Iran und die Türkei Sanktionen verhängt. Damit sind beide Staaten vom weltweiten Finanzsystem ausgeschlossen. Sie können keine Transaktionen mit anderen Ländern durchführen. Das hat die Haltung Deutschlands gegenüber den USA natürlich beeinflusst und den Handlungsdruck erhöht.

In einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas kürzlich:

„Deshalb ist es unverzichtbar, dass wir europäische Autonomie stärken, indem wir von den USA unabhängige Zahlungskanäle einrichten, einen Europäischen Währungsfonds schaffen und ein unabhängiges Swift-System aufbauen.“

Höchste Zeit, dass Europa autonomer von den USA wird

Eine europäische Autonomie könnte die internationale Finanzordnung ganz neu gestalten. Zugleich könnte das der Startschuss für die großflächige Nutzung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen sein. Das Swift-System ist derzeit notwendig, um den Nachrichten- und Transaktionsverkehr von vielen tausend Banken in aller Welt untereinander abzuwickeln.

Der deutsch-finnische Unternehmer Kim Dotcom, der vor allem für die Entwicklung des Onlinedienstes „Mega“ bekannt ist, äußerte sich zum Beitrag des Außenministers auf Twitter. Er erklärte, dass der Rückzug der europäischen Volkswirtschaften aus dem weltweiten Bankensystem zu einer Abwertung des US-Dollar führen könnte. Zugleich würden damit Kryptowährungen und Gold als stabile Wertanlage und Austauschmittel gestärkt. Er schrieb:

„Das ist bedeutsam! Deutscher Finanzminister [sic; gemeint ist „Außenminister“] schlägt EU-Währungsfonds, EU-Swift [-System] und USA-unabhängige Zahlungskanäle vor. Er sagt, das diene zur Rettung eines Geschäftes mit dem Iran. In Wirklichkeit geht es aber darum, dass die EU die Herrschaft des US-Dollar abschütteln will. Wie ich schon gesagt habe, der US-Dollar wird kollabieren. Kauft Kryptos und Gold.“

Kryptowährungen haben sich bereits den Ruf erworben, nationale Wirtschaften vor negativen internationalen Trends zu schützen. Ein Beispiel dafür ist Venezuela, das eine nationale Kryptowährung als Ausweg aus der Hyperinflation ansieht. Auch der Iran hat offenbar bereits Pläne für eine eigene Kryptowährung, um die US-Sanktionen zu umgehen. Hierzu hatte ich bereits im Blog berichtet.

Experten gehen allgemein davon aus, dass die Kryptowährungen sich zu einer Alternative zum Swift-System entwickeln könnten. Zwar hat die SWIFT ihren Sitz in Belgien und ist eine Genossenschaft der Banken, doch dürfte sie sich Sanktionen der USA kaum widersetzen können.

Vermutlich wird sich die Situation in der Zukunft jedoch ändern. So erweitert etwa das Unternehmen Ripple Labs seinen Kundenkreis ständig und weltweit. Beobachter gehen davon aus, dass die Ripple-Lösungen das Swift-System zukünftig ersetzen könnten.

Quelle: Handelsblatt, Twitter, Blockonomi, Pixabay

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