Positive Auswirkungen von Bitcoin & Co auf soziale und humanitäre Bereiche

Wie Kryptowährungen und die Blockchain die Wohltätigkeit verändern.

Viel des wachsenden Interesses an Bitcoin und anderen Kryptowährungen konzentriert sich auf das Nehmen und nicht auf das Geben. Im Stillen entwickelt sich daneben aber auch der spannende, neue Trend, Kryptowährungen für wohltätige Zwecke zu nutzen.

 

Spenden mit Kryptowährungen

In den letzten Jahren haben eine ganze Anzahl von Wohltätigkeitsorganisationen und Stiftungen Spenden in Bitcoins getestet. Dazu gehören wohlbekannte Organisationen wie das Rote Kreuz, Save the Children, United Way und die Electronic Frontier Foundation. Kryptowährungsspenden an die Wohlfahrt sind klar im Aufwind. So hat der Finanzdienstleister Fidelity Charitable, der den größten Spendenpool der USA verwaltet, im Jahr 2017 Spenden in Höhe von 69 Millionen USD in Kryptowährungen erhalten. In den Vorjahren 2015 und 2016 waren es dagegen zusammen gerade einmal 7 Millionen USD.

Über Spenden hinaus gibt es viele innovative Plattformen und Projekte im Bereich der entstehenden „Kryptowohlfahrt“. Dazu gehören Crowdfundingplattformen wie BitHope, auf der Spender Bitcoinspenden an bestimmte Wohltätigkeitsorganisationen für deren Sammlungen machen können. Darüber hinaus ermöglichen einige neue Programme wie GiveTrack und Alice die offene Nachverfolgung des Spendenflusses vom Geber zum Empfänger. So ist dank einer Blockchain klar nachvollziehbar, was Wohltätigkeitsorganisationen erhalten und was sie mit den Spenden erreicht haben.

 

Charity Coins

Über die Möglichkeit zum Spenden von Kryptowährung und die Nachverfolgung hinaus sind auch eine Reihe digitaler Coins für soziale Zwecke entstanden. Diese dienen zur Unterstützung spezieller gemeinnütziger Programme und Vorhaben. So wurde etwa das Clean Water Coin geschaffen, um Gelder für die gemeinnützige Organisation „Charity: Water“ zu sammeln. Diese Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Familien in aller Welt sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen. Pinkcoin ist ein weiteres Wohltätigkeits-Coin, mit dem Investoren spenden und zugleich eine Rendite erzielen können. Pinkcoin ist auf großen Krypotwährungsbörsen gelistet und hat sich im Vergleich zu anderen gewerblich gehandelten Digitalwährungen gut entwickelt.

 

Krypto Stiftungen

Ein weiterer Neuzugang im Bereich der „Kryptowohlfahrt“ ist die „Kryptostiftung“. Beispielsweise hat ein anonymer Investor eine Stiftung gegründet, über die 5.057 Bitcoins zur Verfügung gestellt werden. Die Stiftung heißt „Pineapple Fund“ und hat das Motto: „Denn, wenn man erst mal genug Geld hat, spielt Geld keine Rolle mehr“. Bisher wurden durch die anonyme Tätigkeit dieses Investors, der unter dem Spitznamen „Pine“ (Ananas) handelt, 56 Millionen USD an 56 ausgewählte Wohltätigkeitsorganisationen gespendet.

Zukünftig wird es vielleicht sogar autonome und dezentralisierte Stiftungen oder Fonds geben. Bei diesen werden die Unterstützungen und finanzielle Ausschüttungen ganz auf der Grundlage von Abstimmung der Besitzer der Stiftungstokens verteilt werden. Solche „dezentralisierten, autonomen Stiftungen“ würden von einem externen Kollektiv von Anteilseignern gesteuert. Diese könnten dann den Spendenfluss gemäß der Entscheidung der Mehrheit der Tokenbesitzer steuern und sogar Fonds- und Projektideen entwickeln.

Auf der Blockchain aufbauende Systeme könnten auch dazu beitragen, den Ruf der in der Wohlfahrt tätigen Organisationen zu verbessern. Nach dem Ergebnis jüngerer Studien misstraut einer von drei Amerikanern den Wohltätigkeitsorganisationen. Viele glauben, dass diese Institutionen zu viel des Budgets für Fixkosten und zu wenig für die eigentlichen Programme ausgeben. Geringere Fixkosten durch verbesserte Operationseffizienz und der Wegfall von Mittelsmännern durch die Blockchaintechnologie (z. B. durch die direkte Gabe vom Spender an den Empfänger) könnten dazu beitragen, das Vertrauen von Skeptikern in die Wohltätigkeit zurückzugewinnen. Das wiederum könnte zu mehr Interesse an der Wohltätigkeit und einem Ansteigen des Spendenaufkommens führen.

In der Zukunft könnte es auch dazu kommen, dass mehr Wohltätigkeitsorganisationen und sogar Stiftungen ihre eigenen Kryptowährungen herausgeben. Der Verkauf dieser Währungen könnte möglicherweise ein neues, nachhaltiges Modell sein. Eine eigene Wohltätigkeitsbörse, die für den Handel mit diesen Währungen geschaffen würde, könnte eines Tages die Grundlage für eine marktbasierte Wohltätigkeit bilden. So könnten Philanthropen und Wohltätigkeitsorganisationen mit dem Handel von „Digitalwährungen für das Gute“ Geld verdienen. Nicht zuletzt könnten gemeinnützige Organisationen und Stiftungen sich auch durch das Tokenmining finanzielle Mittel beschaffen.

Neben den unbegrenzten Möglichkeiten gibt es natürlich auch Schwierigkeiten. Eine der größten ist der Umstand, dass Spenden in Digitalwährungen und auf der Blockchain basierende Systeme nach wie vor neu sind. Sie sind in der Welt der Philanthropie noch ungetestete Neuzugänge und bei einzelnen Spendern, Organisationen und Stiftungen nur wenig bekannt.

 

Ein Blick in die Zukunft

Auf kurze Sicht ist es daher wenig wahrscheinlich, dass Kryptowährungen und Blockchainplattformen die herkömmliche Wohltätigkeit in großem Umfang revolutionieren oder ersetzen. Sie werden aber für weitere Innovationen und Experimente in dem Bereich sorgen.

Spenden über Bitcoin und andere Digitalwährungen werden immer üblicher und bekannter. Wenn der Kryptomarkt zukünftig weiter floriert, wird damit auch die „Kryptowohlfahrt“ zunehmen. Es werden auch Smart Contracts weiter getestet werden. Auch die blockchainbasierte Nachverfolgung, sofern sie erfolgreich ist, könnte einen neuen Transparenzstandard im Wohltätigkeitsbereich etablieren. Durch die direkte Interaktion zwischen Spendern und Empfängern wird die Wichtigkeit der Wohltätigkeitsorganisationen, Hilfsagenturen und Stiftungen gegebenenfalls abnehmen. In einigen Fällen könnte das dazu führen, dass Institutionen ganz verschwinden.

Andererseits wird die zusätzliche Transparenz des Gebens und des Spendennutzens zu einer Steigerung des Vertrauens in die Wohltätigkeitsorganisationen führen. So könnten Millionen (oder sogar Milliarden) zusätzliche Dollars für den sozialen Bereich gewonnen werden.

Unabhängig davon, wie sich die Dinge entwickeln, wartet doch eine ganz neue, unerforschte Welt auf alle diejenigen, die gerne ein wenig zurückgeben möchten.

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