Unicorn-Startup Go-Jek übernimmt Bitcoin Börse Coins.ph für 72 Millionen USD in Asien

Das indonesische Technologieunternehmen Go-Jek ist das erste „Einhorn-Unternehmen“ in Indonesien welches soeben die Bitcoin Börse Coins.ph auf den Philippinen übernommen hat. Als „Einhörner“ bezeichnet man im Bereich der privaten Start-up-Unternehmen solche, die mehr als 1 Milliarde USD wert sind. Berichten zufolge schwankt Go-Jek um einen Wert von 9 Milliarden USD.

Bisher konzentrierte sich das Unternehmen auf die Fahrgastvermittlung und Logistik. Jetzt wendet sich Go-Jek aber auch der Fintech-Branche zu. So hat Go-Jek mitgeteilt, dass man die Mehrheitsanteile der auf den Philippinen ansässigen Bitcoin Börse Coins.ph erworben habe. Dies sei durch eine „erhebliche Investition“ erfolgt. Aus Branchenkreisen hieß es dazu, dass Go-Jek 72 Millionen USD für die Anteile gezahlt habe.

Coins.ph ist eine Kryptobörse mit 5 Millionen registrierten Nutzern auf den Philippinen. Seinen Nutzern bietet Coin.ph die Möglichkeit Bitcoin zu kaufen, ein Wallet für Mobilgeräte an, mit dem sie Zahlungen vornehmen können, etwa für Rechnungen oder im öffentlichen Nahverkehr. Auch nach dem Einstieg von Go-Jek soll das Unternehmen wie bisher weitergeführt werden. Hinzukommen sollen jedoch die Ressourcen und die Erfahrung von Go-Jek.

Coins.ph erlebte eine rasante Entwicklung

Coins.ph begann ursprünglich als Kryptobörse, wuchs dann aber zu einer breiteren Aufstellung im Fintech-Bereich. In zwei Finanzierungsrunden erhielt das Unternehmen insgesamt 10 Millionen USD. Zu den Unterstützern gehören Naspers, Global Brain, Wavemaker, Beenext, Pantera Capital und andere.

Die jetzige Investition von Go-Jek scheint eine strategische zu sein. Dies wirkt auf den ersten Blick verblüffend, doch muss man bedenken, dass ein großer Teil des Erfolges in Indonesien auf seinem Service „Go-Pay“ beruht. Dieser ermöglicht Geldanweisungen, Offline-Zahlungen, Versicherungsabschlüsse und Mikrokredite.

Diesen Ansatz verfolgt auch der Erzrivale von Go-Jek namens „Grab“. Auch dieses Unternehmen führt seinen Zahlungsdienst „GrabPay“ in den sechs größten Ländern Südostasiens ein. Das bedeutet, dass Go-Jek unter einem gewissen Zugzwang steht.

Es ist daher zu vermuten, dass die über Go-Jek erfolgende Kooperation mit Go-Pay neue Dienstangebote für Coins.ph mit sich bringen wird. Das werden vermutlich Versicherungen, Kredite und andere Finanzdienstleistungen sein. Damit dürfte auch die Nutzerbasis von Coins.ph auf den Philippinen anwachsen, die immerhin 105 Millionen Einwohner haben.

Die Philippinen sind einer der am schnellsten wachsenden Märkte in Süd-Ost Asien

Der CEO von Go-Jek, Nadiem Makarim, erklärte in einer Stellungnahme:

„Mit der zweithöchsten Bevölkerung und einer starken Binnenwirtschaft sind die Philippinen einer der spannendsten Märkte in Südostasien. Wir freuen uns, durch die Partnerschaft mit Coins.ph an der digitalen Zahlungstransformation des Landes mitwirken zu können.“

Weiter sagte er:

„Die heutige Ankündigung ist der Beginn unseres langfristigen Engagements auf den Philippinen und eine Fortführung unserer Aufgabe, durch Technologie das tägliche Leben zu verbessern und positive soziale Wirkungen zu erzielen.“

Dabei hat Go-Jek jedoch viel Konkurrenz. Grab bereitet den Markteintritt seines Produktes GrabPay vor, während das finanzstarke Unternehmen Oriente bereits am Markt ist. Alibaba hat bereits in das philippinische Zahlungs- und Fintech-Unternehmen Mynt investiert. Der chinesische Gigant Tencent, der auch in Go-Jek investiert hat, hat den Konkurrenten Voyager mit 215 Millionen USD unterstützt. Jetzt kommt auch Go-Jek hinzu und bereitet eine eigene Investition in Höhe von 2 Milliarden USD vor. Das Jahr 2019 wird sicherlich ein interessantes Jahr für die Fintech-Branche auf den Philippinen werden.

Quellen: TechinAsia, GrabPay, Rappler, Pixabay

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