Wall Street Gigant Fidelity Investments plant eigene Bitcoin Börse

Kryptowährungen sind eigentlich so ausgelegt, dass sie von Banken unabhängig sind. Jetzt wurde bekannt, dass das Finanzdienstleistungsunternehmen Fidelity Investments eine Bitcoin Börse eröffnen will. Es stellt sich daher die Frage, wie sich das auf Kryptowährungen im allgemeinen auswirken wird.

Bitcoin Kurs, Quelle https://www.kryptovergleich.org/coin/bitcoin/.

Kryptowährungen hatten schon immer ein umstrittenes Verhältnis zum traditionellen Bankensektor. Im Jahre 2009 bereits enthielt der Genesisblock von Bitcoin eine eingebettete Botschaft. Es handelte sich um eine Anklage des Bankwesens, die Satoshi Nakamoto speziell ausgewählt hatte. Dort hieß es:

„The Times, 3. Januar 2009, Finanzminister kurz vor zweiter Rettungsaktion für Banken“.

Bitcoin wurde geschaffen, um eine Wertübertragung auf Peer-to-Peer-Basis ohne Drittpartei zu ermöglichen.

Inzwischen beginnen die Grenzen jedoch zu verschwimmen. So berichtete die Webseite Business Insider kürzlich von dem bekannten Finanzdienstleistungsunternehmen Fidelity Investments. Nach Angaben des Berichtes plant Fidelity, eine eigene Bitcoin Börse zu eröffnen. Offenbar sucht das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Massachusetts bereits einen DevOps-Systemingenieur. Dieser soll helfen, „eine Bitcoin Börse für eine öffentliche und private Cloud zu entwickeln, zu schaffen und aufzubauen“.

Fidelity arbeitet bereits seit mehr als einem Jahr an eigener Bitcoin Börse

Business Insider berichtete, dass diese Initiative bereits vor einem Jahr begonnen habe. Dies hätten mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtet.

Das wäre nicht die erste Unternehmung von Fidelity, die die Grenze zwischen angestammten Banking und Kryptowährungen überschreitet. So können bestimmte Kunden von Fidelity bereits jetzt ihre Konten bei Coinbase mit ihren Fidelity-Portfolios verknüpfen. Damit können sie in nur einem Fenster ihre herkömmlichen Assets und ihre Kryptowährungen wir Bitcoin und Ethereum auflisten.

Darüber hinaus hat Fidelity Berichten zufolge eigene Mining-Operationen begonnen. Ihre Wohltätigkeitssparte akzeptiert zudem Spenden in Bitcoin. Auch hat das Unternehmen bereits Risikokapital in verschiedene Kryptounternehmen investiert. So sagte die CEO von Fidelity, Abigail Johnson, anlässlich der Konferenz „Consensus 2017“:

„Ich glaube daran. Ich stehe hier vor Ihnen als eine der wenigen Vertreter der großen Finanzdienstleistungsunternehmen, die Kryptowährungen nicht aufgegeben haben“.

Kryptowährungen wie Bitcoin sollten einst dazu dienen sich von der Macht der Banken loszusagen

Der Eintritt der angestammten Finanzbranche in den Markt für Bitcoin & Co. hat jedoch Auswirkungen. Es zeigen sich Anzeichen einer Identitätskrise. Kryptowährungen sollten einst als Möglichkeit dienen, die Banken zu umgehen. Der jetzige Wandel beunruhigt daher diejenigen, die Kryptowährungen als Schutz vor treuhänderischer Instabilität sehen.

Die große Frage ist daher vielleicht nicht, ob Banken ohne Kryptowährungen auskommen. Vielmehr könnte es fraglich sein, ob Bitcoin & Co. den Bankensektor brauchen. Einige große Finanzinstitute haben in der Vergangenheit den Kauf von Kryptowährungen auf Kredit untersagt. In anderen Fällen wurden Kryptounternehmen sogar vom Bankensystem ganzer Länder ausgeschlossen.

Die Einzelheiten zur Kryptobörse von Fidelity sind nach wie vor unklar. Man muss also abwarten, wie diese aussehen werden. Zudem bleibt die spannende Frage, ob dies Auswirkungen auf die Kryptomärkte haben wird.

Quellen: Business Insider, Quartz, Bild: Pixabay

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