Was ist NEM?

NEM ist eine Plattform auf Blockchainbasis. Auf der Plattform können die Nutzer Assets verwalten und dApps verwenden.

Die Idee zur Schaffung von NEM entstand Anfang 2014. Zu dieser Zeit äußerte sich der Nutzer UtopianFuture im Bitcoin Talk Forum. Er vertrat die Auffassung, dass es im Bereich der Kryptowährungen an einem wirklich auf die Community ausgerichteten Projekt fehle. Grundlage war dabei die Bewegung „New Economy Movement“, die als „NEM“ abgekürzt wurde. Ziel der Bewegung war das Schaffen einer nachhaltigen und gerechten Wirtschaftsordnung. Die Ideen von NEM fanden Anklang und die Community begann mit der Entwicklung des Konzeptes für die NEM-Plattform. Am 25. Juni 2014 veröffentlichte die NEM Foundation in Singapur eine Alphaversion der Plattform. Eine stabil laufende Version folgte am 31. März 2015.

Hier kann man NEM kaufen

Der President von NEM, Long Wong

Was ist NEM?

Das NEM-Projekt bietet eine ganze Reihe von Innovationen. Dazu gehören:

  • Ein neuer Konsensalgorithmus, der „Proof-of-Importance“ genannt wird. Dieser soll fairer sein als ein Proof-of-Stake (PoS). Das erreicht man dadurch, dass der Algorithmus Nutzer für die Sicherung und Validierung von Transaktionen auf der Plattform belohnt.
  • Das „Delegated Harvesting“ (deutsch: „delegierte Ernte“), das eine Art von Mining darstellt. Damit ist es möglich, dass Konten im Netzwerk ihre „Erntekraft“ an andere Konten ausleihen.
  • Verschlüsselte Mitteilungen
  • Genehmigte private Blockchains
  • Eine Programmierschnittstelle (API), die mit jeder Programmiersprache verwendet werden kann
  • Ein Bewertungssystem für Nodes im Netzwerk

NEM ist auf die Verarbeitung von Zahlungen und Verkaufstransaktionen in der realen Welt ausgelegt. Das System ist daher so gestaltet, dass es der Blockchain alle 60 Sekunden einen Block mit Transaktionen hinzufügt. Bitcoin hat demgegenüber eine Blockzeit von 10 Minuten. Die Transaktionsgeschwindigkeit auf der öffentlichen Blockchain von NEM ist im Moment relativ niedrig. So kann das Netzwerk nur 1 Transaktion pro Sekunde verarbeiten. Die Geschwindigkeit der privaten Blockchains kann allerdings in die Tausende reichen.

Die Erschaffer von NEM hoffen, dass die festgesetzte Anzahl der NEM-Kryptowährung „XEM“ (8.999 Milliarden) einer Inflation und damit einer Entwertung vorbeugt. Die Nutzer müssen zudem Gebühren in XEM für Funktionen des Netzwerkes zahlen. Dazu gehört zum Beispiel das Erstellen von neuen, eigenen Token. Gleiches gilt für die Verwendung von verschlüsselten Nachrichten. Dies trägt ebenfalls zum Wert von XEM als Kryptowährung bei.

NEM Kurs, Quelle https://www.kryptovergleich.org/coin/nem/

NEM im Vergleich mit anderen Kryptowährungen

Um die Feinheiten von NEM zu verstehen, ist es hilfreich NEM mit anderen, ähnlichen Plattformen zu vergleichen. Anders als Ethereum bietet NEM keine Smart Contracts auf seiner Blockchain an. Die Entwickler glauben, dass dies Probleme im Hinblick auf die Sicherheit und Skalierbarkeit mit sich bringe. Anstelle dessen raten sie zur Verwendung von Smart Contract außerhalb der Blockchain. Solche Smart Contracts könne man bei Bedarf verändern. Damit könne man Bugs einfach beseitigen und die Smart Contracts bei Bedarf überarbeiten.

Weiter ist NEM so gestaltet, dass man es einfach in existierende Netzwerke und Infrastrukturen einbinden kann. Das verdankt die Plattform ihrem Smart Assets System. Vollständig dezentralisierte Blockchain Plattformen sind demgegenüber nicht so einfach zu integrieren.

Die Nutzungsmöglichkeiten für NEM sind vielfältig. Sie umfassen Verkaufstransaktionen, verteilte Cloud-Dienste, Buchhaltung für private Unternehmen, Grundbuchaufgaben, die Erstellung eigener Kryptowährungen und individuelle Zahlungs-Apps.

 

Die Technik hinter NEM

 

Smart Asset System

NEM basiert auf dem „Smart Asset System“. Dabei handelt es sich um ein System aus Programmierschnittstellen (APIs). Mit diesem kann man eigene „Assets“ und Applikationen leicht so gestalten, dass sie mit der öffentlichen Blockchain interagieren.

Die Smart Assets sind so programmiert, dass sie vier miteinander verbundene Aspekte des Systems nutzen. Dazu gehören die „Address Smart Assets“, die „Mosaic Smart Assets“, individualisierte Namensräume und Transaktionen.

Das NEM Smart Asset System

Die NEM Blockchain und der Konsens

Die NEM-Software läuft auf einem Netzwerk aus Nodes. Diese sichern die Blockchain und verarbeiten die Transaktionen. Zugleich fungiert das Netzwerk als API-Gateway-Server. Dabei verbindet es die verschiedenen Konten und ihre Assets sowie Daten auf der öffentlichen Blockchain.

Jedermann, der Nodes im Netzwerk betreibt, um Transaktionen zu verarbeiten und zu bestätigen, verdient XEM. Das gilt, obwohl das Mining anders funktioniert als bei den meisten anderen Kryptowährungen. Bei NEM heißen die Miner vielmehr „Harvester“. Ein Harvester kann jeder sein, der einen Network-Node betreibt. Dazu wiederum reicht ein an das Internet angeschlossener Computer aus, der mit einem NEM-Konto verknüpft ist. Auf diesem Konto müssen sich mindestens 10.000 NEM befinden.

Die NEM Vorteile im Überblick

 

Private Blockchains und Mijin

Die dezentralisierte, öffentliche Blockchain von NEM steht jedermann zur Nutzung offen. Zusätzlich ermöglicht NEM die Erstellung von genehmigten privaten Blockchains. Diese kann der jeweilige Ersteller auf einem eigenen privaten Server nutzen. Dieser Server muss ein „Trusted Node“ sein. Diese privaten Blockchains können potenziell Tausende von Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Die Nodes benötigen dafür keine spezielle Hardware oder Verbindungen zu Backend-Datenbanken.

„Mijin“ ist eine verbesserte private Blockchain. Diese wurde von dem Unternehmen Tech Bureau entworfen und nutzt das NEM-Protokoll. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Schaffung von widerstandsfähigen, sicheren Netzwerken zum Datenaustausch. Nach Angaben des Unternehmens wurde Mijin bereits mit Finanzinstituten und im Rahmen logistischer Nachverfolgung getestet. Gleiches gilt für die Nutzung zur Überwachung von Lebensmittellieferketten, elektronischen Geldsystemen, Nutzerauthentifizierungen und Land- oder Eigentumsregistern.

 

Die „Catapult“-Aktualisierung

Tech Bureau und die NEM Foundation arbeiten derzeit an einer großen Aktualisierung für NEM. Diese heißt „Catapult“. Die Arbeit daran begann bereits im Jahr 2016. Die Beta-Version der Aktualisierung kündigte man, mit einem Jahr Verspätung, am 25. März 2018 an. Die derzeitige Version von NEM ist in der Programmiersprache Java geschrieben. „Catapult“ hingegen basiert auf der Programmiersprache C++. Dadurch wollen Tech Bureau und die NEM Foundation es einfacher machen, den Open-Source-Programmcode der Plattform zu bearbeiten. Nach Meinung der NEM Foundation sollen so auch die Kosten der Einbindung einer eigenen Blockchain sinken. Zudem will man damit die Einbindung vereinfachen.

Zu den Neuerungen von Catapult gehören:

  • Eine Ebenen-Netzarchitektur, wie sie in Computersystemen von Unternehmen üblich ist
  • Message Queues mit hohem Durchsatz, die eine Echtzeitanalyse und die Auswertung von Massendaten von Transaktionen ermöglichen
  • Verwendung der NoSQL-Datenbank in der API, die für Hochgeschwindigkeitsnachrichten geeignet ist
  • Ein Treuhandservice für den Wechsel von Assets auf der Blockchain
  • Hohe Transaktionsraten (mehr als 3.000 Transaktionen pro Sekunde)

 

Der NEM Coincheck Hack

Am 29. Januar 2018 wurde die japanische Kryptobörse Coincheck gehackt. Dabei wurden 523 Millionen XEM im Wert von 530 Millionen USD gestohlen. Das bedeutete einen schweren Schlag für das NEM-Projekt. Auch der Kurs von NEM sackte ab.

Die NEM Foundation entschied sich schließlich dazu, keine Hard Fork durchzuführen. Dies wurde stark kontrovers diskutiert. Die gestohlenen Coins wollte man also nicht durch eine Rückgängigmachung der Transaktionen zurückholen. Vielmehr erstellte man eine „schwarze Liste“. Mit dieser sollten die gestohlenen Coins identifizierbar gemacht werden, so dass sie nicht an einer Börse getauscht werden können. Viele Beobachter in der Community hielten diesen Schritt in seiner Ausführung für zu zentralisiert.

 

Wie kann man NEM kaufen

XEM kann man an einer Reihe von Kryptobörsen kaufen. Dazu gehören Binance, Bittrex, Huobi, Upbit und Poloniex, ebenso wie einige andere.

Hier kann man NEM kaufen

Eine der sichersten Aufbewahrungsmöglichkeiten für NEM (XEM) ist das offizielle Desktop-NanoWallet. Ebenfalls eine gute Wahl sind das Mobil-Wallet, der NEM-Community-Client oder das Litewallet.

Das NEM Wallet

 

Unser Fazit

NEM hat mit viel Konkurrenz und den Auswirkungen des Coincheck-Hacks zu kämpfen. Dennoch bietet die Plattform auch viel, gerade für Personen, die eine „Plug-and-Play“-Lösung für eine Blockchain suchen. NEM konzentriert sich auf flexible Lösungen zur Einbindung bereits vorhandener Applikationen. Dazu unterstützt man öffentliche und private Blockchains. Damit könnte NEM besonders für die Unternehmen interessant sein, die in den kommenden Monaten und Jahren Blockchain Lösungen einbinden wollen.

Quellen: NEM, CryptoNews