Edward Snowden: Bitcoin wird verschwinden, aber Kryptowährungen wird es weiterhin geben

Der im Exil lebende amerikanische Whistleblower Edward Snowden hat sich jetzt auch zum Thema Bitcoin geäußert. Dabei sagte er, dass der Leitstern Bitcoin schließlich verblassen werde, die Kryptowährungen aber nicht mit Bitcoin enden würden.

Das Interview mit Snowden führte Ben Wizner, der Direktor der Amerikanischen Bürgerrechtsunion ACLU. Die Organisation setzt sich seit 1920 für die US-Bürgerrechte ein, etwa die Meinungsfreiheit und den Schutz der Privatsphäre.

Das Interview begann damit, dass Snowden relativ ausführlich das Konzept der Blockchain für technische Laien erklärte. Von dort aus zweigten verschiedene Fragen von Wizner ab.

So ging es etwa um die Frage, ob Bitcoin überhaupt einen innewohnenden Wert habe. In seiner Antwort verglich Snowden Bitcoin mit Fiat-Papiergeld. Er führte sinngemäß aus, dass der einzige Unterschied zwischen dem Fiatgeld und Monopoly-Scheinen das Vertrauen sei, das darauf gründe, dass der Staat das Fiatgeld deckt. Seiner Meinung nach hätten Bitcoin und andere Kryptowährungen nur einen sehr begrenzten grundsätzlichen Wert. Es gebe allerdings zwei Gründe, warum Bitcoin kurzfristig wertvoll bliebe. Der erste Grund sei die Begrenzung der zur Verfügung stehenden Menge auf 21 Millionen Coins. Der zweite Grund sei, dass ein erheblicher Teil der allgemeinen Bevölkerung Bitcoin als ein Austauschmittel ansehe. Gerade dieser Grund sei wichtig und voraussichtlich auch auf nachfolgende Kryptowährungen übertragbar, wenn es Bitcoin einmal nicht mehr gebe.

 

Kryptowährungen für Leute die das Bankensystem umgehen wollen

Snowden sagte insoweit: „Eines Tages wird Bitcoin mit dem großen B verschwunden sein, aber solange es Leute gibt, die Geld ohne Banken bewegen wollen, werden Kryptowährungen vermutlich einen Wert haben.

Weiter erklärte Snowden, dass er Bitcoin wegen der Möglichkeiten schätze, die es in aller Welt biete. Das erklärte er, indem er sich selbst als Beispiel heranzog:

„Stellen wir uns vor, die Bank of America will eine Zahlung für jemanden wie mich nicht vornehmen. Im alten Finanzsystem haben sie, ebenso wie ihre Kollegen, einen enormen Einfluss und können das durchsetzen. Wenn ein Teenager in Venezuela für eine Website-Arbeit von jemandem in Paris in harter Währung bezahlt werden möchte, was die örtliche Währungsaufsicht verbietet, kann die Bezahlung über Kryptowährungen erfolgen. Bitcoin ist vielleicht nicht wirklich «privates Geld», aber es ist das erste «freie Geld».“

Schließlich kritisierte Snowden die existierenden Blockchain Hashing-Grundideen. Keine der zwei grundsätzlichen Ansätze sei wirklich gut und man müsse neue entwickeln. Ganz unverblümt sagte Snowden, dass der Proof-of-Work die Umwelt zerstöre und die Reichen, die sich die Infrastruktur leisten könnten, bevorzuge. Der Proof-of-Stake dagegen sei nicht umweltschädigend, aber ein direktes Geschenk an die Reichen. Er beruhe auf der Hoffnung, dass ihre Gier das System am Laufen halte.

Quelle: ACLU, Pixabay

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