Thailand legalisiert Bitcoin, Ripple und 5 weitere Kryptowährungen per neuem Gesetz

Auf der ganzen Welt brüten Regulierer über der Frage, wie Kryptowährungen einzuordnen und zu behandeln sind. Nicht so in Thailand. Dort hat man sich die ganze Debatte dazu gespart. Die Behörden haben einfach ein ganz neues Gesetz erlassen. Dies geschah über eine Notverordnung, die im Mai 2018 in Kraft trat.

Das Gesetz definiert Kryptowährungen als ein Mittel zum Austausch von Gütern. Token gewähren nach dem Gesetz Rechte zur Teilnahme an einer Investition oder zum Erhalt eines speziellen Gutes. Die Regierung hat zudem ihr Steuergesetz angepasst, so dass auch sie an der aufstrebenden Branche verdienen kann.

Trades müssen mit den offiziell zugelassenen Kryptowärhungen gepaart werden

Nach dem neuen Gesetz müssen Trades auf Bitcoin Börsen und ICOs mit einer von 7 offiziell zugelassenen Kryptowährungen gepaart werden. Dazu gehören Ripple, Bitcoin, Stellar, Ethereum, Bitcoin Cash, Litecoin und Ethereum Classic.

Wie die meisten Neuerungen im Kryptobereich hat auch dieser Schritt zu Kritik von allen Seiten geführt. Besonders strenge Kryptoanhänger kritisierten schon den Umstand, dass überhaupt eine Regulierung erfolgt. Konservative Gegner von Kryptowährungen sahen das Gesetz dagegen deshalb als fehlgeleitet an, weil es den Kryptowährungen unberechtigte Legitimität verleihe.

Die thailändische Börsenaufsicht versucht sich offenbar an einem Mittelweg. Dieser solle eine Verteufelung von Kryptowährungen vermeiden, ebenso wie eine Nutzung als Glücksspiel. Dies erklärte Archari Suppiroj, die Direktorin der Fintech-Abteilung der Behörde. Ergänzend erklärte sie, dass, wenn Thailand die Regelung zu strikt gestalte, die Investoren abwandern würden. In diesem Fall könne das Land auch keinen Investorenschutz bieten. Diese Auffassung teilen viele Regulierer weltweit.

Die thailändischen Regularien beinhalten Vorgaben für Unternehmen, die eine Kryptobörse eröffnen wollen. Gleiches gilt für solche Unternehmen, die als Broker oder Dealer auftreten wollen. Weiter gibt es einen formalisierten Prozess für Initial Coin Offerings (ICOs).

Besteuerung von Kryptogewinnen gestaltet sich kompliziert

Die Besteuerung wiederum stellt ein Problem dar. Auf Profite wird eine Steuer in Höhe von 15 % erhoben. Diese kann jedoch mit der Einkommenssteuerrechnung für ein Jahr für eine Einzelperson verrechnet werden. Damit ist die Steuer eher eine Lästigkeit. Hinzu kommt die aktuelle thailändische Mehrwertsteuer von 7 Prozent, die für jeden Handel anfällt. Diese stellt eine echte Behinderung für die Branche dar.

Scheinbar handelt es sich dabei jedoch um ein Überbleibsel alter Steuergesetze. Die Anwaltskanzlei Baker McKenzie teilte ihren Mandanten dazu mit, dass sie mit einer Aktualisierung rechne. Nach Meinung der Kanzlei würde der Kryptohandel von der Mehrwertsteuer ausgenommen. Dies gelte jedenfalls für Einzelpersonen und Trades über regulierte Börsen.

Insgesamt sieht sich Thailand in der Konkurrenz mit Dutzenden anderen Standorten. Alle wollen zum nächsten Drehkreuz für Kryptowährungen werden. Daher scheint es unwahrscheinlich, dass Thailand alsbald Japan, Südkorea oder Taiwan überholt. Dank seiner guten Führung, Innovationen und klaren Regeln spielt Thailand im Konzert der Anwärter aber zumindest mit. Das können nicht alle Länder von sich behaupten.

Quellen: Ey.com, Moneycontrol, Pixabay

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