Was ist Ripple?

Die Geschichte von Ripple reicht zurück bis in das Jahr 2004. Damals hatte der Systementwickler Ryan Fugger die Idee, ein dezentralisiertes Geldsystem zu schaffen. So entstand zunächst RipplePay.com.

Im Jahr 2012 traten dann Jed McCaleb und Chris Larsen an Fugger heran. Sie stellen ihm ihre Idee einer Kryptowährung vor. Nach einigen Beratungen entschied sich Fugger dazu, McCaleb und Larsen Ripple übernehmen zu lassen. Im Anschluss daran gründeten McCaleb und Larsen zusammen das Unternehmen „Opencoin“. Das Unternehmen begann sofort mit der Arbeit an dem Ripple-Protokoll (RTXP), sowie dem Ripple Zahlungs- und Tauschnetzwerk. Unterstützt wurde das Unternehmen dabei von mehreren verschiedenen Risikokapitalunternehmen.

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Die Geschichte von Ripple

Die Dinge schienen bestens zu laufen für Opencoin. Jedoch verließ McCaleb das Unternehmen im Jahr 2013, also weniger als ein Jahr nach der Gründung. Opencoin benannte sich danach in Ripple Lab Inc. um. Man entschied sich zudem, die Software komplett als Open-Source-Software zu gestalten. Das Ripple-Protokoll kann damit grundsätzlich unabhängig von Ripple Labs betrieben werden. Ripple Labs kann das Netzwerk jedoch weiterhin mitgestalten und tut dies auch. Dennoch benötigt das Netzwerk das Unternehmen nicht für seinen Betrieb.

Die folgenden Jahre gestalteten sich schwierig für Ripple. Dies lag auch an dem Status als Unternehmen. Daraus folgte, dass Ripple Regulierungen befolgen musste. Andere Kryptowährungen, wie etwa Bitcoin, waren ihrer Natur nach dezentral und daher nicht so einfach zu regulieren.

Später erhielt Ripple eine offizielle Lizenz für die Kryptowährung XRP. Seitdem ist es Ripple Labs gelungen, viele Partnerschaften mit Unternehmen in aller Welt einzugehen.

Das Ripple-Transaktionsprotokoll (RTXP)

Das Whitepaper von Ripple stammt aus dem Jahre 2014. Es trägt den Titel „Der Ripple-Protokoll-Konsensalgorithmus“. Aus dem Whitepaper geht hervor, dass Ripple einen gewöhnlichen, geteilten Ledger verwendet. Diesen könnte man auch als dezentralisierte Datenbank bezeichnen. Zur Validierung von Transaktionen und Kontoständen im Netzwerk verwendet Ripple ein Konsensprotokoll. Dieses unterscheidet sich von den typischen Proof-of-Work-Systemen, die Bitcoin oder andere Blockchains nutzen. Bei einem Proof-of-Work müssen die mit einem Netzwerk verbunden Computer als Miner fungieren. Ihre Rechenkraft dient zum Validieren und Erstellen von Einträgen auf dem Ledger. Für die Fertigstellung von Blocks erhalten sie Vergütungen.

Das Konsensprotokoll von Ripple validiert Transaktionen auf eine andere Art. Dabei verbessert man die Gesamtintegrität des Systems, um doppelte Ausgaben zu verhindern. Dezentralisierte Nodes im Netzwerk bestätigen die Transaktionen. Dies geschieht durch die Teilnahme an einer Abstimmung. Die Mehrheit muss dabei entscheiden, ob die Transaktion regelgerecht ausgeführt wurde. Dazu ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie hätten 50 Ripple XRP in einem Wallet. Wenn Sie diese 50 XRP nun an mehrere Adressen schicken, würden die Validierer im Netzwerk abstimmen. Dabei würde entschieden, welche Transaktion zuerst eingegeben wurde. Nur diese erste Transaktion würde anerkannt und ausgeführt.

Was ist Ripple XRP?

XRP ist die native Kryptowährung des Ripple-Netzwerkes. Insoweit ist es Bitcoin und Ether sehr ähnlich. Dennoch ist XRP vorrangig als Liquiditätsmittel innerhalb des Ripple-Netzwerkes ausgelegt. Es ist eine Brückenwährung zur Abwicklung von Transaktionen zwischen zwei normalerweise nicht aufeinander abgestimmten Währungen.

Während der Entwicklung von Ripple wurde die Maximalzahl von XRP auf 100 Milliarden festgelegt. Von diesen 100 Milliarden XRP wurden 20 Milliarden von den Gründern von Ripple Labs einbehalten. XRP ist bis zu sechs Dezimalstellen teilbar. Die kleinste Einheit heißt „Drop“. 1 Million „Drops“ ergeben 1 XRP.

Anwendungsbeispiele für Ripple

Anwendungsfälle für Ripple

Ripple ist darauf ausgelegt, schnelle und nahtlose Transaktionen zu ermöglichen. Das gilt besonders für Transaktionen zwischen Banken, Zahlungsdienstleistern, Unternehmen und Kryptobörsen. Das Netzwerk verwendet dazu mehrere Instrumente, wie etwa XRP. Damit führt das System Transaktionen, die gewöhnlich langsam und kostenintensiv sind, schnell und günstig aus.

Im Interbankenverkehr spart man so auch die sogenannten Nostrokonten ein. Nostrokonten einer Bank dienen zum Vorhalten einer Fremdwährung bei einer anderen Bank. Die meisten großen Banken unterhalten Nostrokonten in jedem Land, das eine tauschfähige Währung besitzt. Mit XRP ist dies überflüssig. Die Banken können stattdessen einfach XRP vorhalten. So kann man Auslandszahlungen viel einfacher und günstiger durchführen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Transaktionsausführung über Ripple beinahe sofort erfolgt. Üblicherweise nehmen Auslandsüberweisungen mehrere Tage in Anspruch. Mit Ripple hingegen sind sie in nur Sekunden abgeschlossen und überprüfbar. Dabei umgehen die Beteiligten zudem die Auslandswechselprozesse, die ebenfalls teuer und zeitaufwendig sind.

Lediglich 4 Sekunden werden für Transaktionsbestätigungen im Ripple Netzwerk benötigt

Meinungen zu Ripple

Ripple ist eines der meisten polarisierenden Themen im Bereich der Kryptowährungen. Der Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Dezentralisierung.

Die Dezentralisierung ist das Hauptziel der Blockchain Entwickler. Sie erstellen dezentralisierte Ledger. So wollen sie verhindern, dass eine Zentralgewalt ungewollt Einfluss auf das Netzwerk oder seine Nutzer nimmt. Ripple wird oft vorgeworfen, eine zentralisierte Kryptowährung zu sein. Dafür gibt es drei Gründe. Ripple Labs hält 20 Milliarden XRP und kontrolliert zugleich den Anteil der nichtzirkulierenden XRP. Weiter ist das Unternehmen der Validierer, der im Ripple-Netzwerk das meiste Vertrauen genießt.

Geteilte Meinungen zu der zentralisierten Gestaltung von Ripple

Das führt natürlich zu Kontroversen. Immerhin kontrollieren so einige Personen zusammen 20 % der Gesamtmenge einer Kryptowährung. Auf einem offenen Markt haben diese Besitzer damit eine ungeheure Macht. Theoretisch könnten sie die von Ihnen gehaltenen Coins einfach abstoßen und so einen Kursverfall herbeiführen.

Dennoch sehen nicht alle Beobachter diesen Punkt kritisch. Manche Experten vergleichen den Einbehalt mit dem Aktienmarkt. So ist es üblich, dass Unternehmensgründer einen bestimmten Anteil an Aktien behalten, wenn die Aktien des Unternehmens an der Börse gehandelt werden.

Ungeachtet dessen haben einige der Ripple-Gründer sich zu einer Abhilfe entschieden. Sie wollen die von ihnen gehaltenen XRP langsam über mehrere Jahre hinweg verkaufen. So wollen sie den Markt stabilisieren. Einen Teil der einbehaltenen XRP haben sie zudem an wohltätige Zwecke gespendet.

Die größte Sorge der Kritiker ist aber Ripples Rolle bei der Unterhaltung des Netzwerkes. Ripple Labs ist der Hauptvalidierer im Ripple-Netzwerk. Damit könnte das Unternehmen prinzipiell auf dem Distributed Ledger tun, was immer es möchte. Theoretisch könnte man das Ripple-Netzwerk auch ohne Ripple betreiben. Trotzdem hat Ripple im Moment ein Monopol im Hinblick auf den Betrieb.

Ripple erkennt die Kritikpunkte und arbeitet an einer Dezentralisierungsstrategie. So will man zusätzliche Validierer für das Netzwerk gewinnen und das Monopol aufweichen. Wenn Ripple diese neuen Validierer nicht kontrolliert, könnte das System eines Tages wirklich dezentral sein.

Die Ripple-Kritiker bleiben jedoch skeptisch. Sie sehen Banken ebenfalls als Gegner und rügen, dass Ripple sich genau auf deren Seite gestellt habe.

Bis zu 1500 Transaktionen pro Sekunde können derzeit auf Ripple abgebildet werden

Wie kann man Ripple XRP kaufen?

Auch wenn XRP sich von anderen Kryptowährungen unterscheidet, können Sie es an vielen der üblichen Kryptobörsen kaufen. Dazu gehören zum Beispiel Binance, eToro oder Bithumb.

Wie Sie XRP aufbewahren

Nach dem Kauf können Sie Ihre XRP auf dem Wallet der jeweiligen Börse belassen. Das ist jedoch aus verschiedenen Gründen nicht optimal. Zum einen wurden Kryptobörsen in der Vergangenheit verschiedentlich gehackt, so dass Sie Gefahr laufen, dass Ihre XRP abhandenkommen.

Klüger ist es, Ihre XRP schnellstmöglich auf ein Hardware-Wallet mit Cold Storage zu übertragen. Dafür bietet sich zum Beispiel das Ledger Nano S an.

 

Unser Ripple Fazit

Auf den ersten Blick erscheint Ripple XRP wie jede andere Kryptowährung auch. Alle Kryptowährungen beruhen auf der Blockchain und haben damit dieselbe Grundlage. Dennoch unterscheidet sich Ripple auch in vielen Punkten. Ripple konzentriert sich auf Partnerschaften mit Banken und großen Unternehmen. Bitcoin, Monero und andere zielen dagegen eher auf eine Umwälzung ab. Ripple will die Banken nicht revolutionieren, sondern ihnen eine Chance geben, mit der Zeit zu gehen.

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Quellen: Ripple, BitMEX