Ripple fordert britische Regulierer auf, einen Mittelweg für Kryptowährungen zu finden

Das in San Francisco ansässige Unternehmen Ripple ist Herausgeber der drittgrößten Kryptowährung der Welt. Nun hat sich das Unternehmen an die Regulierer des Vereinigten Königreiches gewandt und diese aufgefordert, die „Wild-West-Tage“ der Kryptowährungen zu beenden. In diesem Zusammenhang regte Ripple das Vereinigte Königreich an, dem Vorbild Japans zu folgen. So solle man strukturierte, regulatorische Rahmenbedingungen schaffen, um sichere und legale Investitionen in Kryptowährungen zu ermöglichen.

Aktueller Ripple Kurs, Quelle https://www.kryptovergleich.org/coin/ripple/

Nach Angaben von The Telegraph hatte sich Ryan Zagone an die Regulierer des Landes gewandt. Zagone ist Leiter der Abteilung für Regulierungsbeziehungen bei Ripple. In dieser Funktion habe Zagone die Regulierer aufgefordert, einen Mittelweg zwischen „Risikobegrenzung und Innovationsermöglichung“ zu finden. Er habe drei Bereiche für Regulierungen vorgeschlagen. Dazu gehörten Finanzstabilität, Kundenschutz und Geldwäscheverhinderung.

Zagone verglich die derzeitige Lage der Kryptobranche mit den frühen Tagen des Internets. Er erklärte:

„Wir befinden uns an einem Punkt, an dem wir mehr Klarheit, Regeln und Sicherheit brauchen. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um die bisherige Abwartehaltung der Regulierer zu überprüfen“.

Japan zeigt, wie eine Legitimierung und Regulierung von Kryptowährungen erfolgreich durchgeführt werden kann. Damit hat es sich zur weltweit führenden Nation für den Handel von und das Investieren in Kryptoassets entwickelt. Das Vereinigte Königreich hat viel langsamer reagiert. Das mag an den trägen Verhandlungen zum „Brexit“ liegen, die derzeit die nationale Politik beherrschen. Immerhin hat der Schatzkanzler Philip Hammond im März eine neue Arbeitsgruppe vorgestellt, die die Konsumenten schützen soll.

Wenig überraschend schloss sich Mark Carney als Gouverneur der Bank of England der Haltung der meisten Zentralbanken an. So setzte er sich für ein hartes Durchgreifen ein und erklärte, Kryptowährungen zeigten alle „Anzeichen einer Blase“. Zagone argumentierte hingegen, dass die Regulierung den Märkten beim Reifen helfen werde und dazu beitrage, neue Teilnehmer zu gewinnen.

Er sagte: „Regulierungen sind die Leitplanke auf der Autobahn, auf der neue Teilnehmer hinzukommen, insbesondere institutionelle Investoren“.

Aus nachvollziehbaren Gründen bevorzugen Banker jedoch ein hartes Vorgehen, da ihr Geschäftsmodell von den dezentralisierten Währungen bedroht ist. Die Barclays Bank aus dem Vereinigten Königreich etwa hat Bitcoin in einem bizarren Vergleich mit einer „Infektionskrankheit“ verglichen. Andererseits ist man dort eine Partnerschaft mit Coinbase, einer der größten Kryptobörsen der Welt, eingegangen.

Es bleibt abzuwarten, welchen Weg das Vereinigte Königreich im Hinblick auf Kryptowährungen wählen wird. Man könnte dem Beispiel Japans folgen und die Branche willkommen heißen. So würde mehr Innovation geschaffen und neue Unternehmensinvestitionen ermöglicht. Oder man könnte hart gegen Kryptowährungen durchgreifen und so Unternehmen, Trader und Investoren in andere, kryptofreundlichere Länder drängen.

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