Telegram sagt Initial Coin Offering (ICO) unerwartet ab

Der bekannte Messagingdienst Telegram hatte in den letzten Monaten mehrmals einen Initial Coin Offering (ICO) angekündigt. Dieser ICO wurde nun abgesagt, wie das Wall Street Journal berichtete. Wir hatten zuvor ausführlich über die ICO Pläne von Telegram berichtet.

Damit wird einer der bedeutendsten Initial Coin Offerings aller Zeiten nicht durchgeführt. Zuvor hatte das Telegram Open Network (auch bekannt als TON) den Investoren eine der größten Anlagemöglichkeiten des Jahres versprochen. Bis heute hat das Unternehmen in diesem Zusammenhang 1,7 Milliarden USD eingesammelt.

Anscheinend liegt der Grund für die Absage in den strikten Regulierungen auf dem Markt in den USA. Diese Regulierungen werden von der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC und der Regulierungsbehörde CFTC durchgesetzt.

Seit TON angekündigt wurde, hat die SEC Vorladungen verschickt. Empfänger waren verschiedene Unternehmen mit Bezügen zu Kryptowährungen. Inhalt der Vorladungen war die Mitteilung, dass ICOs als Wertpapiere klassifiziert werden könnten. Bereits im Februar hatte der Vorsitzende der SEC, Jay Clayton, erklärt, dass ICOs nach der Rechtsauffassung der SEC illegal durchgeführt würden. Das sei deshalb der Fall, weil die ICO-Gründer nicht die Vorgaben der geltenden Wertpapiergesetze befolgten.

Andererseits hätte Telegram das benötigte Geld auch einfach durch seinen privaten Verkauf erhalten können. In diesem Fall hätte das Unternehmen gar keinen ICO mehr durchführen müssen. Allein im Zeitraum zwischen Februar und März 2018 gelang es dem Unternehmen, von weniger als 200 privaten Investoren 1,7 Milliarden USD einzusammeln. Das ist eine erhebliche Summe, denn manche ICOs würden schon für weniger als die Hälfte gute Produkte entwickeln.

Auch wenn der Telegram-ICO abgesagt ist, bedeutet das jedoch nicht, dass alle TON-Projekte beendet sind. Man könnte auch einfach das Produkt entwickeln, ohne mehr Investitionen einzusammeln.

Das Telegram Open Network will eine Plattform für Transaktionen schaffen. Zugleich soll die Plattform skalierbar und benutzerfreundlich sein. Darüber hinaus sollen den Nutzern darauf eine Kryptowährung für Transaktionen und andere Anwendungen zur Verfügung stehen.

Hierzu äußerte sich auch Anton Rozenberg, ein früherer Mitarbeiter von Telegram. Nach seinen Angaben solle die Kryptowährung Nutzern helfen, die unter repressiven Regierungen lebten. Gleichzeitig sei geplant, die Plattform, neben anderen Anwendungen, zur Schaffung von Smart Contracts zu nutzen. Zusätzlich wolle das Unternehmen ein sogenanntes „Light-Wallet“ einführen, auf dem Personen ihre Coins auf einfache Art aufbewahren könnten.

 

Quelle: Wall Street Journal, SEC, Pixabay.com

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