Erstes goldgedecktes Token auf Ethereum herausgegeben

Nach zwei Jahren in der Entwicklung ist das erste goldgedeckte Token auf der Ethereum Plattform herausgegeben worden. Damit erwacht zugleich Ethereums erster ICO zum Leben. Im März 2016 sammelte Digix etwa 500.000 ETH, seinerzeit ein Wert von 5,5 Millionen USD, ein. Das ambitionierte Projekt hatte sich das Ziel gesetzt, Gold zu tokenisieren.

Die Tokenisierung verlief zweistufig. Zunächst wurde das DGD-Token herausgegeben, das seinen Besitzern Ansprüche auf Gebühren aus dem goldgedeckten Tokensystem gewährte. Jetzt, da auch das Tokensystem selbst implementiert ist, ist jedes DGX-Token 1 Gramm Gold wert.

Dabei stellt ein komplexer Prozess sicher, dass 1 DGX auch wirklich 1 Gramm Gold entspricht. Dieser Prozess verschmilzt die Blockchain von Ethereum und seine Smart Contracts mit der realen Welt. Seinerzeit wurde das so beschrieben:

„DigixGlobal Ltd. wird ein Proof-of-Asset-Protokoll (PoA) nutzen, um Digix-Tokens (DGX) zu decken. Die Deckung erfolgt über 99,99 % reines Gold, das von der London Bullion Market Association (LBMA) zugelassen ist“.

DGX-Tokens werden durch einen „Münzer-Smart-Contract“ geschaffen, der auf der Ethereum-Plattform basiert. Jedes Token repräsentiert dabei 1 Gramm Gold und kann in Einheiten bis zu 0,001 Gramm aufgeteilt werden.

Dai Kurs zeigt sich stabil, Quelle: Coinmarketcap.com

Weiter wird eine PoA-Asset-Karte erstellt. Das geschieht durch das Hochladen eines Smart Contracts auf die Ethereum-Blockchain. Dabei werden Informationen wie der Zeitstempel der Kartenerstellung und die Seriennummer des Goldbarrens übertragen. Ebenfalls hochgeladen werden die Kaufquittung und die Audit-Dokumentation. Damit sind volle Transparenz und Überprüfbarkeit gewährleistet. Zugleich hat jeder DGX-Tokenbesitzer die Möglichkeit, seine Tokens gegen reales Gold einzutauschen.

Nach den Angaben im Whitepaper von Digix wird zusätzlich ein Dreiparteiensystem genutzt, um die Golddeckung zu sichern. Das börsennotierte Unternehmen ValueMax Singapur liefert das zugrunde liegende Gold. Die Inspektionsgesellschaft Bureau Veritas führt quartalsweise Überprüfungen der Qualität und der Menge des Goldes im Tresor durch. Den sicheren physischen Aufbewahrungsort wiederum stellt die Unternehmensgruppe Malca-Amit zur Verfügung.

Die Kunden kaufen daher in Tresoren lagernde Goldbarren. Dazu wird ein Proof-of-Asset mit Münzfunktion durchgeführt. Dadurch kann der jeweilige Goldbarren in Tokens und die Tokens wieder in Gold umgewandelt werden.

Der Vorgang ist relativ leichtgängig. Damit bietet das System potenziell eine einfache Möglichkeit, in Gold zu investieren oder mit Gold zu handeln, sobald eine genügende Anzahl umgewandelt ist.

Bis jetzt geht es, nach ihrem Smart Contract, um 1.400 solcher Tokens. Nach aktuellen Mitteilungen beginnt dann der Umwandlungsprozess.

Damit ist der DigixDAO das zweite stabile Währungsprojekt, das Teil der ersten Welle von ICOs aus dem Jahre 2016 ist. Das andere ist MakerDAO, das zu sich selbst erklärte:

„Wir sind stolz, nach mehr als zweieinhalb Jahren in der Entwicklung, unser erstes dezentralisiertes Stablecoin-System auf den Markt bringen zu können“.

Man kann dort wirklich sehr stolz sein. Die Dai-Coin des Unternehmens hat eine überraschende Stabilität gezeigt und das, obwohl es sich um ein ganz neues und sehr komplexes Projekt handelt. Dai nutzt aufwendige Algorithmen, um seine Stabilität zu sichern. So ist keine Kursstützung oder Deckung durch Assets notwendig.

Die zwei genannten Projekten nehmen sich damit der Hauptkritik an Kryptowährungen an: die hohe Volatilität. Eines der Projekte erreicht dies über eine Golddeckung, das andere über Algorithmen.

Jetzt geht es für beide zunächst darum, die Börsen zu überzeugen, Dai- und DGX-Handelspaare gegen die meisten großen Kryptowährungen anzubieten. Darüber hinaus müssen auch die Händler und alle anderen davon überzeugt werden, die Tokens für den Handel zu nutzen.

Für DGX könnte es nur eine Investition in Gold bedeuten. Demgegenüber betritt Dai eventuell Neuland und ist damit ein neues Geldexperiment, bei dem es darum geht, eine Währung ohne Deckung stabil zu halten.

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